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10.07.2019

17:44

Kommentar

Das Chaos in der Luft und auf der Schiene kann jederzeit ausbrechen

Von: Jens Koenen

In diesem Jahr gab es noch keine großen Probleme bei Bahn und Luftfahrt. Doch die Lage bleibt angespannt – und die Bewährungsprobe steht erst an.

Baustellen und das zum Teil in die Jahre gekommene Gerät belasten den Staatskonzern. dpa

Verspätung bei der Bahn

Baustellen und das zum Teil in die Jahre gekommene Gerät belasten den Staatskonzern.

Frankfurt Zumindest eines hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit den beiden Luftfahrt-Gipfeln und den Krisentreffen mit Bahn-Chef Richard Lutz bewirkt. Auf dem Thema Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit liegt nun die maximale Aufmerksamkeit – auf der Schiene und in der Luft.

Keiner will sich vorwerfen lassen, dass er nicht genug getan habe, sollte das große Chaos doch ausbrechen. Ebenso soll bitte keiner hinterher sagen, die Beteiligten hätten nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass die Situation herausfordernd bleibt. Das bleibt sie tatsächlich, so viel steht schon mal fest.

Dass die großen Verspätungs-Schlagzeilen bisher – vor allem aber an Ostern – ausgeblieben sind, besagt wenig. Die Bewährungsprobe steht noch aus. Mit Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg starten in den kommenden zwei Wochen drei bevölkerungsstarke Bundesländer in die Ferienzeit. Erst dann wird sich zeigen, ob all die kleinen Maßnahmen Wirkung gezeigt haben.

Skepsis ist angebracht. Denn die Situation bei Bahn und Airlines bleibt angespannt. Bei der Bahn sind es vor allem Baustellen und das zum Teil in die Jahre gekommene Gerät, bei den Airlines sind es immer noch eng getaktete Flugpläne und zum Teil schlechte Planungen. Auch flammen immer wieder Tarifkonflikte mit dem Personal auf.

Wie anfällig die beiden wichtigsten Verkehrsträger sind, zeigt die durchwachsene Halbjahresbilanz. Laut Fluggastrechteportal EUClaim wurden im ersten Halbjahr 2019 kaum weniger Flüge annulliert oder waren verspätet als im Vorjahreszeitraum. Und bei der Bahn brach die Quote der pünktlichen Fernzüge im Juni auf 69 Prozent ein, der schlechteste Wert seit 2011.

Es gibt also keinen Grund für eine Entwarnung. Die Reisenden brauchen noch lange viel Geduld. Und die Entscheider, auch jene in der Politik, die Erkenntnis, dass unsere Mobilität oberste Priorität erfordert. Noch einmal 20 Jahre schlampig herumwerkeln, verkraftet unsere Gesellschaft schlicht nicht.

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