MenüZurück
Wird geladen.

10.10.2018

10:00 Uhr

CO2-Beschluss: Das Ende der Autoindustrie, wie wir sie kennen dpa

Autoproduktion

Autos von BMW bei der Endkontrolle im BMW-Werk Leipzig.

Kommentar

Das Ende der Autoindustrie, wie wir sie kennen

VonMarkus Fasse

Die EU will der Autoindustrie neue Klimaziele setzen. Damit ist klar: Der Verbrennungsmotor hat keine große Zukunft mehr.

Die EU-Umweltminister haben sich geeinigt: Bis 2030 muss die Autoindustrie im Vergleich zu 2020 weitere 35 Prozent Kohlendioxid einsparen. Klimaschützer murren, da wäre mehr drin gewesen. Die Autoindustrie stöhnt, die Vorgaben seien zu hoch. Die Politik ist froh, dass sie bei dem heiklen Thema überhaupt einen Kompromiss gefunden hat.

Tatsächlich hat der Kompromiss von Luxemburg weitreichende Folgen. Die Vorgaben der EU markieren das Ende der Autoindustrie, wie wir sie kennen.

Schon heute haben vor allem die deutschen Hersteller große Probleme, die Vorgaben für 2021 einzuhalten. Dann darf die Neuwagenflotte im Schnitt nur noch 3,6 Liter Diesel pro hundert Kilometer verbrauchen.

Mit der weiteren Reduktion von 35 Prozent fordert die EU Ende des kommenden Jahrzehnts das 2,5-Liter Auto. Jeder Motorentwickler weiß: Mit reinen Verbrennungsmotoren ist das nicht zu machen.

1

Die Autoindustrie hat nur noch die Chance, mit Hybrid- und Batterieantrieben gegenzusteuern. Schon jetzt richten sich Daimler, BMW und der VW-Konzern darauf ein, bis 2025 ein Drittel ihrer Neuwagenflotte zu elektrifizieren.

Mit den neuen Vorgaben der EU wird dieser Wert bis 2030 auf 50 bis 70 Prozent steigen müssen. Der Verbrennungsmotor, das bislang größte Asset der deutschen Autohersteller, ist dann nur noch eine Nische.

CO2-Grenzwerte: EU verschärft Klimaziele für die Autoindustrie – Deutschland verhindert strengere Auflagen

CO2-Grenzwerte

EU verschärft Klimaziele für die Autoindustrie – Deutschland verhindert strengere Auflagen

Die Einigung der EU-Staaten auf CO2-Grenzwerte für die Autoindustrie ist schärfer als von der Branche gehofft – und weicher als von Klimaschützern gefordert. Ausgerechnet Deutschland wollte die Konzerne schützen.

Dieser Prozess wird nun sehr schwierig – auch weil die Autoindustrie der Entwicklung mindestens fünf Jahre hinterherhinkt. Statt das Gewicht der Autos zu reduzieren, züchtete man immer größere Geländewagen, die nur mit hohem Energieaufwand bewegt werden können. Statt in neue Antriebe zu investieren, blieb man beim Diesel, den man nicht sauber bekommen wollte oder konnte.

Auf die erfolgsverwöhnten Autohersteller kommen jetzt sehr unruhige Zeiten zu. Nur mit zusätzlichen Entwicklungsaufwendungen und Investitionen wird sich die Transformation in das Elektrozeitalter finanzieren lassen.

An der Börse ist das Vertrauen in die Wandlungsfähigkeit der Unternehmen gering: Daimler, BMW und Volkswagen sind trotz Milliardengewinnen seit Jahren Schlusslicht im Deutschen Aktienindex. Die Börse handelt eben mit der Zukunft.

Co2-Streit

VW-Vorstandschef Diess: „Bis zu 100.000 Jobs bedroht“

Co2-Streit : VW-Vorstandschef Diess: „Bis zu 100.000 Jobs bedroht“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Philippe Ory

10.10.2018, 11:48 Uhr

Beginnen wir mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km / h auf Autobahnen.

Herr Wolfgang Plum-Nufer

12.10.2018, 11:17 Uhr

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie hierzulande der Hybrid-Antrieb lächerlich gemacht wurde und der Diesel als allein seelig machend gepriesen wurde. Und tatsächlich: Warum muss Deutschland das einzige Land ohne Geschwindigkeitsbegrenzung bleiben?

Herr M. Hummel

12.10.2018, 12:48 Uhr

... und mit kleinen, leichten und ökotauglichen Weiterentwicklungen der Marke "Trabant" mit max. 25PS. Und dem ruhigen Gewissen, endlich einmal die Welt zu retten, gefolgt von der späten Erkenntnis, die maßgebliche Industriesparte Deutschlands ruiniert zu haben, gute Autos woanders gebaut und gefahren werden und als 80Mio Völkchen die Welt doch nicht gerettet zu haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×