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30.10.2019

17:54

Kommentar

Das Miele-Innovationsprogramm braucht Mut auf beiden Seiten

Von: Anja Müller

McKinsey entwickelte die Neuausrichtung des Miele-Konzerns mit. Die Umsetzung könnte zu einem Balanceakt für den Hersteller von Haushaltsgeräten werden.

Das Unternehmen darf seinen Ruf als Premiumanbieter, Familienunternehmen und Arbeitgeber nicht aufs Spiel setzen. Miele

Miele-Backofen

Das Unternehmen darf seinen Ruf als Premiumanbieter, Familienunternehmen und Arbeitgeber nicht aufs Spiel setzen.

Nun liegen die Fakten auf dem Tisch. Nach fast einem Jahr stellt das 120 Jahre alte Familienunternehmen Miele sein nach eigenen Angaben größtes Wachstums- und Innovationsprogramm in der Firmengeschichte vor – erstmals mit den Ratschlägen der Strategieberatung McKinsey. Und, wie von den Gewerkschaften befürchtet, bedeutet das auch Arbeitsplatzabbau.

Weltweit mehr als 1000, in Deutschland geschätzt 240 Stellen. Klar ist aber auch: An anderer Stelle werden bei Miele neue Mitarbeiter gesucht, die die Transformation mitstemmen. Neue digitale Kundenbedürfnisse, harter Preiskampf, Suche nach neuen Geschäftsmodellen – so lauten die Herausforderungen.

Doch die Gemengelage ist schwierig. Einerseits ist es richtig, dass Miele frühzeitig begonnen hat, die Zukunft mit einem unsentimentalen Blick zu planen und anzugehen. Andere Firmen, wie derzeit etwa viele Autozulieferer, starten solche Programme erst, wenn die Krise längst schon da ist.

Und niemand hat etwas davon, wenn Miele die notwendige Transformation, die alle Unternehmen bewegt bis bedroht, nicht gestemmt bekommt. Auch die Arbeitnehmervertreter nicht. Andererseits darf das Unternehmen seinen guten Ruf als Premiumanbieter, Familienunternehmen und Arbeitgeber nicht aufs Spiel setzen.

Am Beispiel Miele zeigt sich, dass die Veränderungen durch die digitale Transformation und durch die Anforderungen an Klimafreundlichkeit nicht nur neue Geschäftsmodelle verlangen. Sie erfordern auch, dass man rechtzeitig die Zukunft anpackt, auch wenn es wehtut.

Das wiederum braucht einen neuen Umgang zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern – auch oder vor allem in den oft auf Harmonie bedachten Familienunternehmen. Wie der aussieht, ist noch unklar.

Wichtig aber ist, dass weder Unternehmer noch Arbeitnehmer und deren Vertreter schlicht Besitzstände wahren. Auf beiden Seiten ist Mut zur Zukunftsgestaltung nötig.

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