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13.02.2019

15:48

Kommentar

Das nächste Problem für die Ölriesen bahnt sich an

Von: Kathrin Witsch

Die großen Konzerne der Branche haben sich in den vergangenen Jahren gesund gespart. Jetzt gilt es für Big Oil aber, wieder zu investieren.

Um den Energiehunger der Welt zu stillen, muss mehr Öl gefördert werden – doch das hat seinen Preis. dpa

Ölförderung

Um den Energiehunger der Welt zu stillen, muss mehr Öl gefördert werden – doch das hat seinen Preis.

DüsseldorfDie großen Ölkonzerne haben sich im wahrsten Sinne des Wortes gesund gespart. So sehr, dass sie mittlerweile auch bei einem Ölpreis zwischen 60 und 70 US-Dollar äußerst profitabel sind. Dafür mussten sie Investitionen kürzen, Tausende Stellen streichen und Beteiligungen verkaufen.

Jetzt ist die Krise zwar überwunden, aber schon bahnt sich das nächste Problem an. Experten warnen vor den Folgen, sollte das Investitionsvolumen weiter auf Sparniveau bleiben. Die Ölmultis haben jahrelang zu wenig Geld in langfristige Projekte gesteckt.

Zwar sind die Investitionen in Exploration und Produktion im vergangenen Jahr wieder um sieben Prozent auf insgesamt 382 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit liegen sie aber immer noch weit unter ihrem Höchststand von 2014.

Schon kündigen die ersten Ölmanager eine Erhöhung ihrer Ausgaben an. Exxon Mobil, Chevron, BP, Shell und Total müssen aber mit Bedacht handeln, um die wirtschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahre nicht wieder zu zerstören.

Eine Erhöhung der Investitionen in neue und vor allem auch langfristige Projekte wie Petrochemie, Gas oder auch Tiefseebohrungen würde den Gewinn zwar wieder schmälern, und auch die Anleger schauen bekanntermaßen lieber auf kurzfristige Profite als auf langfristige Strategien.

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Die Ölbranche hat ihre Krise endgültig überwunden. Mit harten Sparmaßnahmen haben die fünf größten Ölkonzerne ihre Profitabilität deutlich gesteigert.

Gleichzeitig müssen die Ölmultis aber dringend mehr Öl produzieren, wenn sie auch zukünftig den steigenden Energiehunger der Welt stillen wollen. Denn in den Krisenjahren hat die Branche zu wenig Geld in die Erschließung neuer Projekte gesteckt. Die Ölindustrie neigte bisher zu maßloser Übertreibung. Investitionen waren oft zu üppig bemessen. Das darf sich jetzt nicht wiederholen. Genauso wenig wie das Extremsparen.

Die goldene Mitte ist ein Traumziel, aber vielleicht wäre es gut für die Industrie wie für Anleger, wenn Ausschläge in beide Richtungen gekappt würden und das Management sich nicht vom Übermut in die Schwermut treiben ließe

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