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13.06.2019

13:52

Kommentar

Das Verbot des Kükenschredderns reicht nicht aus

Von: Christoph Herwartz

Das Verbot des Kükenschredderns sollte Vorbild für weitere Vorschriften in der Lebensmittelproduktion sein. Bessere Regulierung wird Fleisch nicht zum Luxusgut machen.

Bundesverwaltungsgericht

Tötung männlicher Küken bleibt vorerst erlaubt

Bundesverwaltungsgericht: Tötung männlicher Küken bleibt vorerst erlaubt

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Wenn die Politik in die Unternehmen hineinregiert, dann ist der Effekt meist absehbar: Die Produkte der Firmen werden teurer. So wird es auch beim Kükenschreddern sein, für welches das Bundesverwaltungsgericht in absehbarer Zeit ein Verbot fordert.

Wenn die Landwirte nun andere Zuchtbedingungen schaffen, auf andere Hühnerrassen umsteigen oder Systeme zur Geschlechtserkennung im Ei einführen müssen, dann wird das wahrscheinlich Kosten verursachen, die sie an die Verbraucher weitergeben werden.

Doch der Preiseffekt wird sich in Grenzen halten. In den Preisen für Ei und Hühnerfleisch, die die Verbraucher im Supermarkt bezahlen, sind viele Kosten abgebildet: für den Transport, für die Miete der Verkaufsfläche und für Werbung zum Beispiel. Selbst wenn sich die Produktionskosten stark erhöhen, wird das für die Verbraucher nur einen geringen Unterschied machen.

Und am Ende lohnt es sich für den Verbraucher. Denn in der Bevölkerung wächst nicht nur das Bewusstsein für Ökologie im Allgemeinen, sondern auch das für den Tierschutz.

Beim Einkaufen aber darauf zu achten ist oft umständlich. Durch eine gesetzliche Regelung, wie sie das Gericht nun anmahnt, wird der verlangte Tierschutz zu einem für den Einzelnen vertretbaren Preis umgesetzt.

Die Politik sollte nicht auf weitere Urteile warten, sondern nach gleichem Muster das von den Produzenten verlangen, was in der Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird: Das könnten größere Ställe für Schweine, mehr Auslauf für Kühe, der gemäßigte Einsatz von Antibiotika und schmerzfreie Schlachtmethoden sein.

All das wird Fleisch nicht zum Luxusgut machen, das sich nur noch Reiche leisten können. Im äußersten Fall wird es etwas an der bizarren Situation ändern, dass der Kilopreis für Fleisch im Supermarkt mitunter tiefer ist als der für Gemüse.

Es ist ja richtig, dass niemandem das Schnitzel-Essen verboten werden sollte. Die Produktion von Schnitzeln besser zu regulieren ist aber überfällig.

Kommentare (1)

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Herr Michael Däppen

13.06.2019, 15:36 Uhr

...Verbrauchern, denen der Tierschutz keinen Cent mehr wert ist, darf künftig getrost an der Kasse ein kostenloses T-Shirt überreicht werden: ICH BIN EIN PERVERSER.
Mehr muss zu diesem Thema nicht gesagt werden.
– Martin Raab

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