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09.08.2018

19:16 Uhr

Kommentar

Der Streit zwischen Kanada und Saudi-Arabien birgt unberechenbare Risiken für Investoren

VonMichael Maisch

Im Kampf gegen Kanada setzen die Saudis auf eine neue Waffe. Die Investoren müssen sich daher auf Risiken einstellen.

Der saudi-arabische Kronprinz will mit seinem Frontalkurs alle Kritiker zum Schweigen bringen. dpa

Mohammed bin Salman

Der saudi-arabische Kronprinz will mit seinem Frontalkurs alle Kritiker zum Schweigen bringen.

Wie gefährlich Twitter sein kann, beweist nicht nur Donald Trump beinahe täglich. Auch der Streit zwischen Kanada und Saudi-Arabien begann mit einem Tweet, in dem Außenministerin Chrystia Freeland ihre Besorgnis über die Verhaftung von Menschenrechtsaktivistinnen in dem arabischen Land zum Ausdruck brachte.

Der Streit ist längst eskaliert, und inzwischen sieht es so aus, als würden die Saudis eine neue Waffe im Kampf gegen Kanada einsetzen: Die Notenbank und staatliche Pensionsfonds sollen laut Medienberichten ihre Vermögensverwalter angewiesen haben, kanadische Aktien, Bonds und andere Wertpapiere auf den Markt zu werfen.

Bestrafung über die Börse, das wäre eine irrationale Eskalation in einem ohnehin erschreckenden politischen Streit. Irrational deshalb, weil die Saudis bewusst Verluste in Kauf nehmen, wenn sie ihre Bestände an kanadischen Vermögenswerten en gros verkaufen, nur um dem Land eine politische Lektion zu erteilen. Aber die zermürbenden Erfahrungen der vergangenen Tage, Wochen und Monate mit den Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten, China, Russland, dem Iran und der Türkei beweisen, dass sich die Investoren längst nicht mehr auf wirtschaftlich oder politisch rationale Entscheidungen verlassen können.

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Der saudische Kronprinz bin Salman will mit seinem Frontalkurs alle Kritiker zum Schweigen bringen – innen wie außen. Selbst der Westen unterstützt Kanada nicht.

Das müsste eigentlich für noch größere Unsicherheit an den Märkten sorgen. Denn solch erratische Risiken lassen sich mit den Modellen von Analysten, Strategen und Volkswirten weder prognostizieren noch quantifizieren.

Bislang scheint das den Investoren allerdings keine allzu großen Sorgen zu machen. Der Volatilitätsindex an der Wall Street, abgekürzt Vix und auch als „Angstbarometer“ bekannt, zeigt, dass die Anleger aktuell nicht mit heftigen Kursschwankungen rechnen.

Das muss allerdings nicht viel heißen. Bereits Anfang dieses Jahres wurden fahrlässig sorglose Investoren von herben Rückschlägen an den Börsen auf dem falschen Fuß erwischt.

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