MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2019

20:32

Kommentar

Deutsche Bank: Eine Abwicklungsbank alleine ist keine Strategie

Von: Yasmin Osman

Eine Abwicklungseinheit löst nicht die Probleme der Deutschen Bank. Der Schritt sorgt aber für mehr Ehrlichkeit.

Die Deutsche Bank will unerwünschte Geschäfte auslagern. Reuters

Christian Sewing

Die Deutsche Bank will unerwünschte Geschäfte auslagern.

Die Deutsche Bank liebäugelt mit der Neuauflage einer internen Abwicklungseinheit für lästig gewordene Vermögenswerte. Ein solcher Schritt würde zwar keines der Probleme des Instituts lösen, sie wäre aber ein erster Schritt in Richtung mehr Transparenz.
Bislang hat die Bank bei Ertragsdellen darauf hingewiesen, dass sie sich aus bestimmten Aktivitäten zurückgezogen habe und ihre Zahlen mithin nicht vergleichbar seien.

Den Beweis, dass es im übrigen Geschäft so viel besser lief, trat das Institut bisher aber auch nicht an: Das Kapitalmarktgeschäft, 2016 noch separat ausgewiesen, wurde längst mit dem Geschäft der profitablen Transaktionsbank fusioniert. Wenn man davon ausgeht, dass die Transaktionsbank satte Gewinne abwirft, kann man sich ausmalen, wie tiefrot die Zahlen etwa im Aktienhandel aussehen müssen.

Wenn die Bank nun unerwünschte Geschäfte auslagert, hätte das zwei Vorteile: Zum einen legt sich das Institut fest, wo es künftig Geld verdienen will. Außerdem legt die Bank damit offen, wie gut die künftige „Kernbank“ verdient. Das ist kein Hexenwerk und wurde von anderen Instituten, inklusive der Deutschen Bank selbst, in der Vergangenheit schon vorexerziert. Angesichts der schwammigen Aussagen, für die das Frankfurter Geldhaus berüchtigt ist, wäre eine Abwicklungseinheit ein Fortschritt.

Klar ist aber auch, dass eine solche bilanztechnische Operation noch keine Strategie ist. Wichtiger ist, mit welchen Geschäften diese Einheit befüllt wird und ob die Bank die Einschnitte klug setzt. Egal, auf welche Aktivitäten das Geldhaus verzichtet, es werden dabei immer auch Kunden und Erträge verloren gehen.

Solange die Kosten dabei stärker sinken als die Einnahmen, ist das kein Problem. Doch gerade im Kapitalmarktgeschäft sind unerwünschte Nebeneffekte keine Seltenheit. Die gute Nachricht lautet: Solche negativen Effekte auf die Kerngeschäfte der Bank lassen sich künftig im Zahlenwerk leichter erkennen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×