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22.07.2019

17:54

Kommentar

Die Bedingungen für die Finanzierung von Start-ups müssen endlich besser werden

Von: Peter Brors

International liegt Deutschland in Sachen Risikokapital für junge Firmen weit zurück. Für die Politik kann es darauf nur zwei Antworten geben.

Der Chef von Rocket Internet gehört zu den Gründern, die neuen Start-ups Kapital zur Verfügung stellen. Reuters

Oliver Samwer

Der Chef von Rocket Internet gehört zu den Gründern, die neuen Start-ups Kapital zur Verfügung stellen.

Dass es in Deutschland einen erheblichen Rückstand bei der Bereitstellung von Risikokapital gibt, sehen viele renommierte Investoren inzwischen als echte unternehmerische Chance. Viessmann, Kärcher, Deichmann und Co. investieren kraftvoll in junge Technologieunternehmen. Sie alle eint die Hoffnung auf Rendite und einen frühen Zugang zu spannenden Technologien.

Dazu gesellen sich zunehmend erfolgreiche Unternehmer der ersten digitalen Gründergeneration: Hakan Koc mit Auto1, Sebastian Pollok mit Amorelie, Dominik Richter mit HelloFresh, nicht zu vergessen Oliver Samwer mit Rocket Internet. Sie alle schließen sich mitunter in neuen Risikokapitalfonds zusammen, die Visionaries Club oder La Famiglia heißen oder investieren in etablierte Fonds wie Eventures. So entsteht ein privater Kapitalfluss, der dem Standort in Gänze hilft.

Das tut dringend not. Denn das einstige Wirtschaftswunderland liegt abseits staatlicher Förderprogramme (KfW) bei der Bereitstellung von Risikokapital im internationalen Vergleich noch immer weit zurück. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt weist Deutschland beim Venture Capital nicht nur deutlich niedrigere Werte auf als die USA, sondern auch als Großbritannien, Frankreich und die Schweiz.

Vor allem in der ressourcenintensiven Marktreifephase fehlt es an frischem Kapital. Was dazu führt, dass interessante Firmen unter ausländische Kontrolle geraten. In Zahlen: In neun von zehn Fällen waren bei der Finanzierung jener Wachstumsphasen zuletzt ausländische Investoren maßgeblich beteiligt.

Für die Politik kann es darauf nur zwei Antworten geben: Erstens muss endlich der im Koalitionsvertrag vereinbarte Digitalfonds aufgelegt und mit einem Milliardenbetrag ausgestattet werden. Zweitens müssen die regulatorischen Vorschriften für institutionelle Investoren, etwa Pensionseinrichtungen und Versicherungen, derart gelockert werden, dass für diese ein Investment nicht nur möglich wird, sondern auch interessant erscheint.

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