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10.01.2019

15:40

Kommentar

Die Fed stiftet Verwirrung – und verdeckt damit ihren Erfolg

Von: Frank Wiebe

Die Fed erreicht ihre Ziele und sorgt sogar für schlechte Zeiten vor. Doch ihre Kommunikation der Zentralbank irritiert die Marktteilnehmer.

Die US-Notenbank Fed hat durch ihre Kommunikation die Börsenkurse oft zum Schwanken gebracht. Reuters

Fed-Präsident Jerome Powell

Die US-Notenbank Fed hat durch ihre Kommunikation die Börsenkurse oft zum Schwanken gebracht.

Mal hü, mal hott: Die US-Notenbank (Fed) schafft Verwirrung. Die Unklarheit über ihren Kurs ist der Hauptgrund für die hohen Schwankungen der Märkte in den vergangenen Wochen gewesen. Gibt es tatsächlich noch zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr? Oder eine längere Pause? Oder als Nächstes vielleicht sogar eine Zinssenkung, falls die Konjunktur sich stärker abkühlt?

Die Verwirrung hat einen erfreulichen Grund: Die Fed ist am Ziel. Deswegen ist jetzt immer weniger eine klare Richtung ihrer Geldpolitik zu spüren. Stattdessen kommt es darauf an, abhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung die Balance zu halten. An dieses neue geldpolitische Regime haben die Märkte sich noch nicht gewöhnt.

Der Erfolg der Fed ist bemerkenswert. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie seit Jahren unter Dauerbeschuss konservativer Politiker steht. Zuerst wurde ihr beständig vorgeworfen, eine ausufernde Politik zu betreiben. Zuletzt kritisierte US-Präsident sie als zu wenig großzügig.

Die Fed hat ihr Ziel einer Inflationsrate von rund zwei Prozent erreicht, die Arbeitslosigkeit ist extrem niedrig, die Wirtschaft brummt so lange ohne Unterbrechung wie selten zuvor. Zugleich hat sie mit einem Zinsniveau oberhalb von zwei Prozent wenigstens wieder etwas Spielraum für eine künftige Absenkung, falls die nötig sein sollte.

Außerdem schrumpft die Bilanzsumme langsam, was ihr weiteren Handlungsspielraum verschafft: Wenn alle Stricke reißen, könnte sie erneut mit Anleihekäufen zuschlagen. Und selbst die Tatsache, dass die Aktienkurse von ihrem hohen Niveau abgerutscht sind, ist kein Misserfolg: besser jetzt, wo die Wirtschaft noch gut läuft, als später, wenn tatsächlich eine Rezession vor der Tür steht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) macht eine ganz ähnliche Politik – nur noch drastischer. Außerdem ist sie Jahre später dran. Aber das Beispiel der Fed zeigt, dass auch dieses Abenteuer mit etwas Glück ein gutes Ende haben kann.

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