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13.07.2022

10:57

Kommentar

Die Nationale Tourismusstrategie ist ein schlechter Scherz

Von: Christoph Schlautmann

Die Bundesregierung hat die Krise in der Übernachtungsbranche noch verschlimmert. Die jetzt vorgelegte Strategie wird daran aber nichts ändern.

Schlechte Vorzeichen für die deutsche Übernachtungsbranche. dpa

Chaos am Flughafen Köln-Bonn

Schlechte Vorzeichen für die deutsche Übernachtungsbranche.

Es hätte ein Durchbruch für Deutschlands Reisewirtschaft werden können, was das Bundeskabinett vergangene Woche beschlossen hat: Die „Nationale Tourismusstrategie“, ein seit mehr als drei Jahren geschmiedeter Aktionsplan, soll laut Wirtschaftsministerium „den Akteuren im Tourismus Orientierung bieten und den Wandel des Tourismusstandorts Deutschland zukunftsgerichtet begleiten“. Sie werde „die inländische Wertschöpfung erhöhen“ und „die Lebensqualität der in Deutschland lebenden Menschen nachhaltig steigern“.

Dass sich Deutschlands Ministerialbürokratie in diesen Tagen zum Reise-Thinktank aufschwingt, dürfte Touristikern als schlechter Scherz erscheinen. Seit dem Ausbruch der Coronapandemie irrlichtert Berlin durch die Branche mit Verboten, Vergünstigungen und Versäumnissen, die Deutschland für viele Reisende zu unattraktiv machten.

So fielen die Beschränkungen für die heimische Hotellerie während der Pandemie weitaus drastischer aus als in den meisten anderen Ländern Europas, wovon sich die meisten Häuser erst in Jahren wieder erholen werden – wenn überhaupt.

Katastrophen-Tourismus statt Urlaub

Flugurlauber aus dem Ausland kommen diesen Sommer wohl nur noch als Katastrophen-Touristen ins Land. Airline-Stornierungen, Kofferchaos und drei Kilometer lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen, eigentlich Aufgabe der Bundespolizei, dürften nicht nur sie, sondern auch Geschäftsreisende gnadenlos abschrecken. Die „Pünktlichkeits“-Quote von 58 Prozent im Fernbahnverkehr der Bahn nicht minder.

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    So bleiben Hotels, die Berlin mit Milliardenhilfen durch die Coronapandemie schleppte, beängstigend leer. Wer dort als Kapitalgeber sein Geld investiert wie derzeit viele, riskiert das Platzen einer Blase.

    Dass der Nationalen Tourismusstrategie, um all diese Pannen zu beheben, nur Binsen wie Klimaneutralität, Digitalisierung und Fachkräftesicherung einfielen, verspricht ein langes Leiden in der Branche.

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