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15.05.2019

19:14

Kommentar

Die neue Sicherheitslücke ist nicht das größte Risiko bei WhatsApp

Von: Christof Kerkmann

Die Sicherheitslücke ist kein Grund zur Panik. Nutzer sollten WhatsApp trotzdem infrage stellen. Denn der Messenger tauscht Daten mit Mutterkonzern Facebook aus.

Bei dem Messanger sind erhebliche Sicherheitslücken publik geworden. Bloomberg

WhatsApp

Bei dem Messanger sind erhebliche Sicherheitslücken publik geworden.

Die Meldung hat viele Smartphone-Nutzer alarmiert: Kriminelle und Spione können sich über eine Sicherheitslücke in der Messenger-App WhatsApp aus der Ferne auf die Geräte schaffen – zum Beispiel um Überwachungssoftware zu installieren. Es handle sich um ein erhebliches Risiko, gab der Mutterkonzern Facebook zu.

Der Vorfall ist für Durchschnittsnutzer aber kein Grund zur Panik, denn sie sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht betroffen. Er bietet aber einen guten Anlass, um sich über die digitale Kommunikation grundsätzliche Gedanken zu machen. Unabhängig von solchen Problemen unterscheiden sich Messenger-Programme beim Umgang mit Nutzerdaten erheblich.

Der aktuelle Fall lässt aufhorchen, weil er zeigt, wie hilflos Nutzer gegenüber einigen digitalen Gefahren sind. Die bislang unbekannten Hacker können Smartphones über die Telefonfunktion infizieren – ohne Zutun des Gegenübers.

Dabei handelt es sich um kein Massenphänomen. Die Software stammt von der israelischen Firma NSO, die Spionagewerkzeuge teuer an Regierungen verkauft. Daher werden diese nur gezielt eingesetzt. Medien berichten, dass ein britischer Menschenrechtsanwalt betroffen war. Auch undemokratische Regime zählen zu den Kunden.

So schlimm dieser Fall ist: WhatsApp hat sich allem Anschein nach nicht unverantwortlich verhalten. Sicherheitslücken sind in komplexer Software nie vollständig zu verhindern, auch andere Firmen plagen sich damit herum.

Chatdienst: Sicherheitslücke bei Whatsapp ermöglichte Installation von Überwachungssoftware

Chatdienst

Sicherheitslücke bei Whatsapp ermöglichte Installation von Überwachungssoftware

Durch eine Sicherheitslücke bei Whatsapp konnte sich eine Überwachungssoftware auf Smartphones installieren. Dahinter wird die israelische Firma NSO vermutet.

Trotzdem ist es nicht falsch, WhatsApp infrage zu stellen. Verschlüsselung hilft nur, wenn Software auch sicher ist. Da bietet eine App wie Signal, deren Quellcode veröffentlicht wird, durchaus Vorteile: Jeder, der kundig ist, kann ihn überprüfen und verbessern – und somit auf Schwachstellen hinweisen.

Zudem gibt WhatsApp Daten an den Mutterkonzern Facebook weiter. Wenn es um die Privatsphäre geht, ist das wohl ein größeres Risiko als die aktuelle Sicherheitslücke.

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