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09.04.2019

17:31

Kommentar

Die Senvion-Insolvenz hätte verhindert werden können

Von: Kathrin Witsch

Einer der ältesten Hersteller von Windkraftanlagen in Deutschland ist insolvent. Senvions Investoren sind an der Pleite nicht ganz unschuldig.

Handelsblatt Live

Darum ist Senvion insolvent, während andere Windanlagenbauer weiterleben

Handelsblatt Live: Darum ist Senvion insolvent, während andere Windanlagenbauer weiterleben

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Zugegeben, die Hersteller von Windkraftanlagen haben schon mal bessere Zeiten gesehen. Der Wettbewerb wird immer härter, und der Preiskampf macht den subventionsverwöhnten Unternehmen gehörig zu schaffen. Aber während der Großteil der Branche irgendwie über die Runden kommt, lässt Senvion die Flügel hängen.

Der Hamburger Konzern hat am Dienstag Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung eingereicht. Die Pleite des Turbinenherstellers ist aber nur zu einem Teil auf die schwierigen Bedingungen auf dem Windmarkt zurückzuführen.

Vor vier Jahren hat die US-Investmentfirma Centerbridge das deutsche Windunternehmen für 400 Millionen Euro übernommen. Damals dachten die Investmentprofis offenbar, die Energiequelle der Zukunft verkauft sich von selbst. Schließlich steigt die Nachfrage nach Windrädern Jahr für Jahr.

Dabei haben die Experten von Centerbridge aber wohl übersehen, wer den Markt für alternative Energien bestimmt: die Politik.

Statt Kosten zu sparen, hätten die Senvion-Eigentümer spätestens vor zwei Jahren in großem Stil investieren müssen, als das System in vielen Ländern von festen staatlichen Vergütungen auf freie Ausschreibungen umgestellt wurde, bei denen nur noch der günstigste Bieter den Zuschlag bekommt. Das führte auf dem deutschen und später auch auf dem europäischen Markt erst einmal zu einer Auftragsdelle.


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Um – wie die anderen Anbieter der Branche – auf ausländische Märkte auszuweichen, hätte Senvion aber viel mehr Geld gebraucht, als Centerbridge den Hamburgern zur Verfügung gestellt hat. Anstatt mehr zu investieren oder dem Windkonzern durch einen Verkauf die Größe zu geben, die sie auf dem hart umkämpften Markt gebraucht hätten, haben die Investoren den Windkonzern am ausgestreckten Arm verhungern lassen.

Offenbar trauten sie sich nicht, mit frischem Geld die sich anbahnende Pleite doch noch abzuwenden. Dafür melden sich jetzt andere Interessenten, die Senvion vielleicht retten könnten. Nur müssten sie bereit sein, kräftig zu investieren. Dann kann sich das Geschäft auch für Senvion wieder lohnen.

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