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23.04.2019

07:00

Kommentar

Die Sparkassen müssen digitalen Wettbewerbern mit einer Onlinebank Konkurrenz machen

Von: Daniel Schäfer

Die Sparkassen müssen zum Angriff übergehen und sich von ihren überkommenen Strukturen loslösen. Nur so können sie auch bei jungen Kunden punkten.

Digitale Angebote werden in Zukunft das Banking dominieren. PR

Eine Sparkassenfiliale in Hamburg

Digitale Angebote werden in Zukunft das Banking dominieren.

Angriff ist die beste Verteidigung: Das Motto mag etwas abgedroschen klingen. Im Wettbewerb mit den stark wachsenden Onlinebanken sollten es sich die Sparkassen aber zu Herzen nehmen. Statt an überkommenen Strukturen festzuhalten, sollten die regionalen deutschen Traditionsinstitute den Gegner lieber mit den eigenen Waffen schlagen – mit einer Onlinebank der Sparkassen.

Der Handlungsbedarf ist akut: Mit großem Tempo knöpfen Direktbanken wie ING, Comdirect und DKB sowie noch junge digitale Angreifer wie N26 den heimischen Geldhäusern Privatkunden ab. Nach einer Studie von Investors Marketing ist die Kundenreichweite dieser Direktbanken allein im Jahr 2017 um rund 800.000 auf 19 Millionen gestiegen.

Und bis Ende kommenden Jahres dürfte der Kundenbestand gar auf 22 Millionen wachsen. Vor allem bei jungen Kunden können die Anbieter punkten mit gebührenfreien Girokonten, komfortabler Handhabung und schicken Apps. Und obwohl sie ohne Filialen auskommen, schaffen sie es bei der Kundenzufriedenheit, konventionelle Banken zu schlagen.

Ein Trend, der so manchen Sparkassen-Funktionär zu Recht sorgt. Doch über die richtige Antwort wird man sich nicht einig. Manche stören sich noch immer an der zur BayernLB und damit zum Sparkassenlager gehörenden, höchst erfolgreichen Direktbank DKB. Doch in Wahrheit ist die DKB keine Bedrohung, sondern eine Chance für die Sparkassen.

Statt das im digitalen Zeitalter früher oder später ohnehin obsolete Prinzip hochzuhalten, dass ein Geldhaus nur in einem bestimmten geografischen Gebiet aktiv sein darf, sollten sich die Sparkassen lieber hinter die DKB stellen und diese zu einem gemeinschaftlichen, bundesweiten Zukunftsprojekt ausbauen.

Die Zukunft des Bankings wird zuvorderst digitalen Angeboten gehören. Das regionale Filialgeschäft dagegen wird zum Nischenthema werden. Besser also, man kannibalisiert sich heute selbst – als später von anderen gefressen zu werden.

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