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13.07.2022

04:29

Kommentar

Die Star-Manager der Vermögensverwalter stehen vor einer Bewährungsprobe

Von: Anke Rezmer

In diesen unruhigen Börsenphasen setzen Anleger gern auf bekannte Fondsmanager. Das spült denen ordentliche Provisionen zu. Jetzt müssen sie aber auch liefern.

Den Vermögensverwaltern stehen härtere Zeiten bevor. dpa

Vermögensverwalter

Den Vermögensverwaltern stehen härtere Zeiten bevor.

Vermögensverwalter müssen sich auf härtere Zeiten einstellen. Ihre Erträge hängen von der Entwicklung der Börsen ab, weil sie sich einen Anteil ihres gemanagten Vermögens als Gebühren abzwacken. Und mit den fallenden Kursen an den Kapitalmärkten sinkt ihr Bestand. Außerdem ziehen die von zuletzt krassen Kursausschlägen bei Aktien verunsicherten Anleger vielfach Kapital aus Fonds und den indexnachbildenden, börsengehandelten ETF ab. Unternehmensberater erwarten, dass die Fondsanbieter sich auf ein Zehntel weniger Erträge, im Fall einer Rezession sogar auf bis zu ein Viertel weniger, einstellen müssen. Doch für eine kleine Gruppe Fondsmanager scheint das nicht zu gelten.

Anleger haben zwar zuletzt deutlich Kapital aus klassischen Fonds auf Aktien und Anleihen und auch aus ETF abgezogen. Das Fondsratinghaus Morningstar etwa berichtet, dass der Monat Mai in Europa der Branche mit Abflüssen von per Saldo 15,8 Milliarden Euro das schlechteste Ergebnis seit dem Coronamonat März 2020 eingebracht hat.

Aber bekannte Fondsmanager konnten weiter neues Anlegerkapital anlocken. So berichtet der Vermögensverwalter Flossbach von Storch über Zuflüsse in seinen aus verschiedenen Anlageklassen gemischten Flaggschifffonds, den Firmengründer Bert Flossbach selbst steuert. Ebenso hat der renommierte Fondsmanager Klaus Kaldemorgen der Fondsgesellschaft DWS zuletzt den Absatz mit seinem nach ihm selbst benannten Mischfonds stabilisiert. Auch der Vermögensverwalter DJE Kapital des seit mehr als 40 Jahren als Fondsmanager agierenden Jens Ehrhardt meldet weiterhin Zuflüsse.

So scheinen sich Anleger in der Krise statt der zuvor so beliebten, preiswerten ETF wieder auf bekannte Namen zu besinnen. Für diese Vermögenslenker bedeutet das gute Erträge, gehören sie doch zu den aktiven Managern, die sich ihre Strategien teilweise mit dem zehnfachen Gebührensatz einfacher ETF bezahlen lassen.

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    Allerdings müssen die Fondslenker jetzt einmal mehr zeigen, dass sie ihr Geld tatsächlich wert sind. Die allermeisten aktiven Manager schlagen ihre Börsenvergleichsindizes nicht, wie kurz- und langfristige Untersuchungen für Europa, aber auch für die USA immer wieder zeigen. Nur wenn die Fondslenker auf Dauer mit besseren Renditen für Anleger überzeugen, werden sie auch Gewinner in der Krise bleiben.
    Mehr: Auf welche Strategien bekannte Fondsmanager jetzt setzen

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