Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

03.08.2022

17:26

Kommentar

Die starken Zahlen der Commerzbank zeigen zugleich ihre Schwäche

Von: Yasmin Osman

Das Institut hat dank steigender Zinsen zwar deutlich besser verdient als gedacht. Mehr als eine erfreuliche Momentaufnahme sind die guten Ergebnisse aber nicht – im Gegenteil.

Das Kreditinstitut zählt zu den Profiteuren der steigenden Notenbankzinsen. dpa

Zentrale der Commerzbank

Das Kreditinstitut zählt zu den Profiteuren der steigenden Notenbankzinsen.

Frankfurt Die Commerzbank ist – der Zinswende sei Dank – wieder richtig gut im Geschäft. Das zeigen die starken Quartalszahlen des Instituts, das zeigen die Prognosen der Analysten, die die Gewinnziele des Vorstands für 2024 erstmals seit Langem wieder für realistisch halten.

Mehr als eine erfreuliche Momentaufnahme sind die guten Ergebnisse aber nicht, im Gegenteil: Die starken Zahlen der Commerzbank machen sogar deutlich, wo die Schwächen des Instituts liegen.

Der wichtigste Treiber für die operativen Gewinne ist der Zinsüberschuss, davon ist die Bank zu stark abhängig. Seit die Notenbanken ihre Zinsen anheben, können Banken mit Einlagen und Krediten wieder besser verdienen. Davon haben viele Banken profitiert, für die Commerzbank gilt das erst recht.

Denn die zweitgrößte deutsche Privatbank ist im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung schwächer aufgestellt als viele europäische Konkurrenten – und daher auch stärker als andere auf Zinserträge angewiesen. Genauer gesagt: auf Zinsgewinne im Privat- und Firmenkundengeschäft aus Deutschland und ein bisschen auch aus Polen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Commerzbank ist ähnlich abhängig vom Zinsgeschäft wie die Deutsche Bank vom Investmentbanking. Denn das Institut hat sich im Zuge seiner langjährigen Restrukturierung nach der Finanzkrise 2008 immer stärker eingeschränkt, regional und mit Blick auf das Produktangebot. Eine früher einmal angedachte Europa-Expansion als Digitalbank scheiterte letztlich an den Kosten.

    Man kann dem Management diese Selbstbeschränkung nicht zum Vorwurf machen. Denn jenseits ihrer aktuellen Aktivitäten fehlt es der Commerzbank fast überall an kritischer Masse, Durchschlagskraft und Investitionsmitteln. Das reduziert die Commerzbank zu einer großen Wette auf die deutsche Konjunktur und die europäische Geldpolitik. Für eine eigenständige Existenz ist das auf Dauer nicht genug.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×