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05.12.2018

13:29

Kommentar

Die Wahrheit hinter dem neuen Vorstandsposten bei der Lufthansa

Von: Jens Koenen

Die Lufthansa bekommt eine Art Qualitätsvorstand. Das mag auf den ersten Blick wie eine Ohrfeige für Eurowings aussehen. Doch in Wahrheit zielt die Maßnahme vor allem auf die Lufthansa selbst.

Die Airline musste zwischen Januar und Ende August 2,73 Prozent der Flüge annullieren, Reuters

Lufthansa-Jet

Die Airline musste zwischen Januar und Ende August 2,73 Prozent der Flüge annullieren,

Die Job-Beschreibung ist klar formuliert. Detlef Kayser, ein früherer Berater von McKinsey, soll als neues Vorstandsmitglied mit Beginn des kommenden Jahres einheitliche Normen und Standards für die Flugbetriebe von Lufthansa entwickeln. Sprich: Kayser wird eine Art Qualitätsvorstand, der die Stabilität und Verlässlichkeit der Lufthansa-Airlines sicherstellen soll.

Bei dieser Personalie dürften viele zuerst einmal an Billigableger Eurowings denken. Der hatte sich mit der Übernahme von großen Teilen der insolventen Air Berlin übernommen und das eigene Wachstum zu ehrgeizig geplant.

In der allgemeinen Wahrnehmung war es zwar vor allem Eurowings, die Probleme hatte. Das dürfte auch daran liegen, dass der noch recht junge Billigableger von Lufthansa sowieso unter starker Beobachtung durch die Kunden steht. Denn jenseits von Frankfurt und München fliegt nur noch Eurowings.

Doch tatsächlich hatte die Kernmarke Lufthansa mindestens ebenso große Qualitätsprobleme, und das sogar ohne die aufwendige Integration von Air-Berlin-Teilen. Zahlen belegen das: Lufthansa musste zwischen Januar und Ende August 2,73 Prozent der Flüge annullieren, Eurowings 2,55 Prozent der Flüge.

Die Berufung von Qualitätsvorstand Kayser sollte deshalb nicht als Ohrfeige für den für Eurowings zuständigen Konzernvorstand Thorsten Dirks verstanden werden. Dessen vordringliche Aufgabe bleibt es unverändert, seinen Teil dazu beizutragen, dass es bei der Billigtochter möglichst schnell wieder rundläuft.

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Ein neues Ressort soll schwere Störungen im Flugbetrieb künftig vorbeugen. Detlef Kayser, bisheriger Chef der Konzernstrategie, übernimmt die Leitung.

Deutlich stärkere Auswirkungen dürfte die Personalie dagegen auf den Job von Harry Hohmeister haben, im Lufthansa-Vorstand für die sogenannten Hubs zuständig. Er wird künftig die Aufgabe haben, die von Kayser entwickelten Qualitätsstandards für gleich drei Premium-Airlines an den großen Drehkreuzen umzusetzen: die Lufthansa, die Swiss und Austrian Airlines. Die Kunden werden es ihm danken, wenn das gelingt.

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