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18.03.2019

16:19

Kommentar

Die Windbranche hat sich zu lange auf Subventionen verlassen

Von: Kathrin Witsch

Senvion ist nicht der einzige Problemfall in der Branche – obwohl die Nachfrage nach Windrädern boomt. Die Unternehmen sind selbst schuld an der Misere.

Satte Subventionen haben die Turbinenhersteller groß gemacht. dpa

Offshore-Windpark in der Nordsee

Satte Subventionen haben die Turbinenhersteller groß gemacht.

Windkraft ist die wichtigste Energiequelle der Zukunft, und Turbinen sind der wichtigste Bestandteil jeder Mühle. Wie kann es also sein, dass ein vielversprechendes Unternehmen mitten in der Energiewende finanziell in Schwierigkeiten gerät?

Deutschland ist das Windland Nummer eins in Europa – dementsprechend viele heimische Konzerne wie Siemens Gamesa, Nordex, Enercon oder Senvion finden sich unter den Spitzenunternehmen der Branche. Zwanzig Jahre lang satte Subventionen haben die Turbinenhersteller groß gemacht und dafür gesorgt, dass sich Windräder „made in Germany“ rund um den Globus drehen.

Der Schwenk von festen staatlichen Vergütungen zu freien Ausschreibungen, bei denen nur noch der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt, sorgt allerdings erstmals für Löcher in den bislang prall gefüllten Kassen der Turbinenbauer.

Wer nicht rechtzeitig und ausreichend Geld zur Expansion in ausländische Wachstumsmärkte und in die Produktion kostengünstigerer Turbinen gesteckt hat, der bekommt den Preiswettbewerb nun schmerzhaft zu spüren.

Als der indische Windkonzern Suzlon die Hamburger Senvion 2007 übernahm, verließ man sich auf die stabilen Einnahmen aus dem deutschen Markt. Spätestens aber, als der heutige Mehrheitseigner Centerbridge übernahm, hätte man nicht sparen, sondern investieren müssen. Dass der deutsche und kurzfristig auch der europäische Windmarkt einbricht, das haben die Investmentprofis so wohl nicht kommen sehen.

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Der Windanlagenbauer leidet nicht nur wie die gesamte Branche unter dem harten Preiskampf. Die Probleme der Hamburger sind hausgemacht.

Senvion hat sich zu lange darauf verlassen, dass die staatlichen Fördermittel für die Branche weiterhin und in gewohntem Umfang fließen werden, statt sich auf die neuen Märkte und die neuen Bedingungen am Markt auszurichten. Jetzt können nur noch die Eigentümer das Unternehmen aus der selbst verschuldeten Trägheit retten. An Nachfrage nach Windrädern zumindest kann Senvion nicht scheitern. Nur an sich selbst.

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