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14.07.2022

18:03

Kommentar

Die Zahlen der US-Banken sind ein schlechtes Omen für die Weltwirtschaft

Von: Michael Maisch

Der Wall-Street-Riese JP Morgan bereitet sich auf schlechtere Zeiten vor – ein weiteres Indiz für eine drohende Rezession.

Die großen US-Banken bereiten sich auf einen Abschwung der Wirtschaft vor. Reuters

Das Logo der US-Großbank JP Morgan

Die großen US-Banken bereiten sich auf einen Abschwung der Wirtschaft vor.

8,6 Milliarden Dollar sind sehr viel Geld. Diese Summe hat der US-Finanzgigant JP Morgan im zweiten Quartal dieses Jahres verdient. Die Chefs der deutschen Großbanken würden vor Freude Luftsprünge vollführen, wenn sie im gesamten Jahr auch nur annähernd an diese Marke herankämen. Aber für JP-Morgan-Boss Jamie Dimon dürften die Zahlen eine Enttäuschung sein, denn vor Jahresfrist lag der Quartalsgewinn noch 28 Prozent höher.

Schuld am niedrigen Profit sind vor allem deutlich höhere Rückstellungen für drohende Kreditausfälle. Dass sich die größte US-Bank für härtere Zeiten wappnet, ist ein schlechtes Zeichen für die gesamte Weltwirtschaft.

Banken sind ein Spiegel der Konjunktur, umgekehrt können die Institute auch als Frühindikator für drohende Wirtschaftskrisen dienen. Als Beleg für diese These dienen zum Beispiel die drastischen Kursverluste von Deutscher Bank und Commerzbank seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs. Anders als während der Finanzkrise sind es dieses Mal nicht hausgemachte Probleme, die den Banken zu schaffen machen, sondern es ist ein toxischer Cocktail aus makroökonomischen Risiken: von hoher Inflation über die geopolitischen Krisen bis zum schwindenden Vertrauen der Verbraucher.

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    In Europa ist es vor allem die Angst vor einer Energie- und Wirtschaftskrise, die den Investoren Angst macht und die Bankaktien einbrechen lässt. In den USA ist die Wirkungskette etwas komplexer. Die aus dem Ruder laufende Inflation bei gleichzeitig sehr robustem Arbeitsmarkt dürfte die US-Notenbank Fed zwingen, ihren geldpolitischen Kurs noch einmal zu verschärfen. Je stärker und je öfter die Fed die Zinsen anhebt, desto größer ist die Gefahr, dass sie die Konjunktur abwürgt und die weltweit wichtigste Volkswirtschaft in die Rezession rutscht.

    Am Ende laufen die Entwicklungen in Europa und in den USA auf das gleiche Ergebnis hinaus – die Aussichten für die Weltwirtschaft sehen ziemlich ungemütlich aus.

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