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03.09.2019

15:56

Dubai hat in der Vergangenheit auch vieles richtig gemacht. AP

Dubai

Dubai hat in der Vergangenheit auch vieles richtig gemacht.

Vergleiche passen nie genau, aber oft nützt der Blick nach außen, zum Beispiel von Dubai nach Hongkong. Wie Pekings Sonderverwaltungszone ist auch das Glitzeremirat am Golf selbst sehr erfolgreich, aber eben auch Teil eines Größeren und wird dadurch bedroht.

Im Falle Hongkongs heißt der große Bruder, der letztlich über die Geschicke entscheidet, China. Bei Dubai sind es die Vereinigten Arabischen Emirate und die reichen Brüder in Abu Dhabi. Sie haben lange geopolitische Ambitionen weit über die Größe der kleinen VAE hinaus entfaltet. Nun rächen sich die verbalradikalen Angriffe auf den Iran, die Einmischung in den Bürgerkrieg im Jemen oder in Ägypten, Libyen oder im Sudan.

Verzockt, so könnte man sagen über das „Sparta im Mittleren Osten“: Zwar superreich, bis an die Zähne bewaffnet und ausgestattet mit unbändigem Machtanspruch, doch am Ende steht möglicherweise das Scheitern am großen Nachbarn. In diesem Falle nicht Rom, sondern Riad. Saudi-Arabien gibt den Takt am Golf vor.

Dabei hat Dubai viel richtig gemacht: Früh hat der hiesige Emir auf Tourismus, extravagante Immobilien wie den welthöchsten Wolkenkratzer, künstliche Luxus-Inseln, gigantische Shoppingmalls, mit Dubai Ports auf einen globalen Hafenbetreiber, auf die zur größten Langstreckenanbieterin aufgestiegene Fluggesellschaft Emirates sowie global operierende Immobilienkonzerne wie Emaar, Damac oder Nakheel gesetzt. Auch Dubais Finanzzentrum kann sich sehen lassen.

So wurde der Stadtstaat erst richtig sichtbar auf der Weltkarte, zog Investoren, Touristen und Wohnungskäufer in Scharen an. Der Weg in die Zeit nach dem Öl wurde beschritten.

Aber Dubai steht im Schatten Riads und Abu Dhabis. Was dort entschieden wird, hat gravierende Folgen für das Übermorgen-Emirat und seine Unternehmen, die sich als Global Hubs sehen. Und es lässt ausländische Konzerne überdenken, ob Dubai für sie wirklich so wichtig ist, um dort Firmenteile anzusiedeln.

Mehr: Am Persischen Golf verblasst der Glanz. Dubai stoppt den Ausbau seines Megaflughafens.

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