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04.11.2019

06:05

Kommentar

Ein neuer Blickwinkel kann der Deutschen Bank gut tun

Von: Yasmin Osman

Mit dem neuen Personalchef geht Deutsche-Bank-Chef Sewing ein Wagnis ein. Doch die Entscheidung ist klug, denn sie bringt frische Ideen ins Geldhaus.

Die Personalabteilung des Geldinstituts bekommt eine neue Leitung. Bloomberg

Deutsche Bank in Frankfurt

Die Personalabteilung des Geldinstituts bekommt eine neue Leitung.

Christian Sewing eilt nicht der Ruf voraus, ohne Not ins Risiko zu gehen. Umso erstaunlicher ist seine Entscheidung, den Chef der Sporthilfe, Michael Ilgner, zum Kopf der Personalabteilung der Deutschen Bank zu machen. Ilgner mag als Unternehmensberater Managementerfahrungen gesammelt haben, doch er hat noch nie für einen so großen und komplexen Konzern wie die Deutsche Bank gearbeitet.

Von allen Personalentscheidungen, die Sewing seit Amtsantritt beschlossen hat, ist die Einstellung des früheren Topwasserballers Ilgner mit Sicherheit die riskanteste. Für wie erklärungsbedürftig selbst Sewing seine Entscheidung hält, zeigt sein Schreiben an die Mitarbeiter. Darin widmet er der Frage, was Ilgner für diesen Posten prädestiniert, den längsten Absatz.

Nun hat die Bank mit externen Einstellungen in jüngerer Vergangenheit nicht immer die besten Erfahrungen gemacht: Die Verweildauer der Ex-Boeing-Managerin Kim Hammonds, der Ex-Notenbankerin Sylvie Matherat und des Ex-Versicherungsmanagers Nicolas Moreau blieb jeweils recht kurz.

Dennoch ist es mutig und richtig, dass Sewing auf Expertise von außen setzt. Zu Beginn seiner Amtszeit hat der Deutsche-Bank-Chef nur Manager befördert, die fast ihr gesamtes Berufsleben in der Bank verbrachten und langjährige Vertraute von ihm sind. Das ist verständlich, solange die Lage der Bank sehr instabil ist.

Doch auf Dauer verkümmert die Innovationskraft jedes Unternehmens, das auf frische, neue, andere Ideen verzichtet. Deshalb ist es gut, dass Sewing mittlerweile Mut zu mehr Vielfalt entwickelt. Neu-Personalchef Ilgner ist dafür ebenso ein Beispiel wie Amerikachefin Christiana Riley oder der von SAP kommende IT-Chef Bernd Leukert.

Die Kehrseite dieser Personalien: Addiert man alle aktuellen und designierten Vorstände, kommt man auf elf Köpfe. So viele Häuptlinge lassen sich auf Dauer nicht rechtfertigen, wenn man jeden fünften Indianerjob streichen will.

Mehr: Der bisherige Wealth-Management-Leiter Fabrizio Campelli rückt als Transformationschef in den Vorstand der Deutschen Bank. Ein Ex-Sportler führt das Personalressort.

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