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30.05.2019

17:01

Kommentar

Eine europäische Gesundheitsdatenbank bietet viele Chancen

Von: Maike Telgheder

Das Sammeln von Patientendaten in der Cloud stößt trotz immer auf viel Skepsis. Deutschland hat bereits wertvolle Zeit verloren.

Wenn die Diskussion auf das Thema elektronische Gesundheitsakte kommt, werden immer noch zuerst die Bedenken geäußert. E+/Getty Images

Digitale Medizin

Wenn die Diskussion auf das Thema elektronische Gesundheitsakte kommt, werden immer noch zuerst die Bedenken geäußert.

Zu Krankheiten informieren wir uns bei Dr. Google, Medikamentenpläne oder Diabetes-Tagebuch führen wir digital auf dem Smartphone, und den Herzrhythmus können wir mit der Smartwatch messen. Informationen über unsere Gesundheit geben wir bereits vielfach und freiwillig preis.

Aber wenn die Diskussion auf das Thema elektronische Gesundheitsakte kommt, auf die Sammlung der Gesundheitsdaten in der Cloud, die künftig auch über das Smartphone abgerufen werden können, dann werden immer noch zuerst die Bedenken um die Sicherheit und den Schutz unserer Gesundheitsdaten geäußert.

Dabei haben wir in Deutschland bereits mehr als zehn Jahre Zeit verloren, um mit dem Aufbau einer elektronischen Patientenakte eine wertvolle Datenbasis zu schaffen, die es auch ermöglichen könnte, schneller über Nebenwirkungen von Arzneimitteln und die Sicherheit von Medizinprodukten informiert zu werden.

Das ist unter anderem wichtig, weil inzwischen häufiger Medikamente zugelassen werden, die einen dringend benötigten Therapiedurchbruch versprechen, aber vielfach noch nicht sehr breit erforscht sind. Und es ist vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung wichtig. Immer mehr Therapien kommen als Kombinationsprodukt aus Medikament und App auf den Markt, deren Langzeitwirkung noch gar nicht erforscht ist.

Das US-amerikanische Sentinel-System macht vor, was binnen eines Jahrzehnts an Mehrwert durch eine verbreiterte Datenbasis geschaffen werden kann. Ein solches System setzt voraus, dass Patientenakten, Arztbriefe und Daten aus Implantat-Registern in guter Datenqualität und nach Standards vorliegen, die eine Austauschbarkeit ermöglichen.

Das wird bei uns nun erst ab dem Jahr 2020 mit der elektronischen Patientenakte aufgebaut werden können. Das ist zwar spät, aber eine Chance, die wir nicht durch Bedenkenträgerei verstreichen lassen sollten.

Mehr: Lesen Sie hier ein Interview mit dem Präsidenten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Karl Broich spricht über Marihuana als Medizin, Lieferengpässe und den geplanten Anbau in Deutschland.

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