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29.11.2022

04:03

Kommentar

Elon Musk greift Apple an – seine Kritik ist gerechtfertigt

Von: Stephan Scheuer

Als neuer Chef von Twitter attackiert Musk die Marktmacht von Apple. Seine Vorwürfe stimmen: Apple spielt seine Macht im App-Store stark aus.

Der Milliardär hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar gekauft. REUTERS

Elon Musk

Der Milliardär hatte Twitter Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar gekauft.

Elon Musk ist in seinem Element. In einer Serie von Tweets hat er auf Twitter gegen einen Rivalen gepoltert. Dieses Mal traf es den iPhone-Konzern Apple. Der reichste Mann der Welt warf dem Technologiekonzern vor, seine Marktmacht zu missbrauchen. Demnach habe Apple gedroht, Twitter künftig nicht mehr auf iPhones zuzulassen.

Zudem kritisierte Musk die Gebühren, die Apple verlangt. Musk hält die Abgabe von 15 bis 30 Prozent, die für Abo-Erlöse von Apps wie Twitter fällig wird, die innerhalb des App-Stores erzielt werden, für überzogen. Musk hat es zum Ziel erklärt, künftig rund die Hälfte der Umsätze auf Twitter mit Abo-Erlösen zu erreichen. Acht Dollar im Monat kostet ein neues Angebot – bei iPhone-Nutzern muss Musk einen großen Teil an Apple abgeben.

Musk hat recht, die Marktmacht von Apple anzuprangern. Der iPhone-Konzern kontrolliert, welche Inhalte auf den Endgeräten ausgespielt werden dürfen, und behält einen Großteil der Erlöse für sich. Die Kritik ist nicht neu. Apple und der Spieleanbieter Epic Games gingen im Streit über die Gebühren vor Gericht. Musk könnte den Konflikt erneut anheizen.

Apple hat mit den iPhones und dem zugehörigen Betriebssystem iOS eine Umgebung geschaffen, die komplett vom Technologiekonzern dominiert wird. Jeder App-Entwickler muss seine Anwendung prüfen lassen, bevor sie freigeschaltet wird.

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    Elon Musk könnte Apple in Europa verklagen

    Die Regeln dafür sind vage formuliert. Warum welche App wann freigegeben wird und wann nicht, bleibt am Ende oft unklar. Die hohen Gebühren rechtfertigt Apple damit, die Infrastruktur für die Apps bereitzustellen.

    Die Macht von Apple geht aber zu weit. Während Apple in den USA und Europa Transparenz und Offenheit predigt, sperrte der Konzern in China Apps, mit denen sich die chinesische Internetzensur umgehen ließe. In Hongkong wurden Apps gesperrt, mit denen sich Demonstrierende organisiert hatten.

    Zudem hat Apple das Geschäft mit den Apps von Drittanbietern auf maximale Profitabilität getrimmt. Analysten schätzen, dass die App-Store-Gebühren die höchsten Profitraten von allen Produkten im Konzern erreichen. Schätzungen gehen von einer Umsatzrendite von mehr als 90 Prozent aus.

    Ausgerechnet die EU könnte helfen, für mehr Wettbewerb auf iPhones zu sorgen. Das neue Digitalmarktgesetz sieht strengere Regeln für die Rolle von mächtigen Technologiekonzernen vor. Epic Games hatte im Verfahren gegen Apple in den USA weitgehend verloren. Musk könnte Apple hingegen in Europa verklagen. Die Chancen für einen Erfolg dürften deutlich höher als in den USA sein.

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