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16.06.2019

17:30

Kommentar

Enttäuschende Zwischenbilanz am deutschen IPO-Markt

Von: Robert Landgraf

In diesem Jahr wagten bislang nur wenige Unternehmen in Deutschland den Sprung aufs Parkett. Bringt der zweite Anlauf der VW-Lkw-Tochter Traton neue Dynamik?

Zweiter Anlauf an die Börse. Reuters

Schriftzug der VW-LKW-Tochter Traton

Zweiter Anlauf an die Börse.

Eines steht fest: Vor einem heißen Herbst bei Börsengängen stehen wir nicht. Zu enttäuschend ist das erste Halbjahr in Deutschland verlaufen. Wenn es in diesem Jahr insgesamt fünf bis acht größere Aktienneuemissionen werden, dann wäre das schon ein gutes Ergebnis. Daran kann auch der milliardenschwere Börsengang von Traton, der Lkw-Tochter von Volkswagen, nichts ändern.

Schon der Januar fing exotisch an, da der Maschinenbaukonzern Krauss-Maffei sich an der Börse in Schanghai listen und Frankfurt links liegen ließ. Dabei wurden die Anteile des Konzerns auf eine Tochter der Muttergesellschaft Chemchina übertragen. Mit dem Kunstgriff erschloss sich der Maschinenbaukonzern den Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

In Deutschland dagegen herrschte eine Flaute, die sich erdrückend lange hinzog. Lediglich die Firma für Kommunikationssysteme, Frequentis, wagte sich auf das Frankfurter Parkett, allerdings im zweitklassigen Börsensegment General Standard. Doch nun kommt in einem zweiten Anlauf Traton noch kurz vor der Sommerpause.

Bei der Verschiebung der Pläne im ersten Anlauf im März war die Wolfsburger Mutter noch von den politischen Unsicherheiten durch den Handelsstreit zwischen den USA und China und der Angst vor einem ungeordneten Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union abgeschreckt worden. Allerdings hatten die Aktionäre Dampf gemacht. VW lenkte ein.

Nun kommt Traton doch und ist so etwas wie die Zugmaschine für weitere Börsengänge. Klappt die Emission, werden mit Sicherheit einige Erstnotizen nach der Sommerpause folgen, die spätestens mit dem Labor Day Anfang September beendet ist. Mit dem Tag der Arbeit endet für die Amerikaner die Sommerpause. Dann sind wieder alle Investoren präsent. Börsenkandidaten wie die Softwarefirma Teamviewer sollten die Gelegenheit für eine Emission nutzen. Besser werden die Zeiten so schnell nicht mehr.

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