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28.08.2022

17:21

Kommentar

Für Audi ist der Einstieg in die Formel 1 eine große Chance

Von: Franz Hubik

Die Entscheidung mutet nur auf den ersten Blick bizarr an. Denn es geht um mehr als Werbung: Audi kann dazu beitragen, dass die Rennserie klimaneutral wird.

Der Rennzirkus wird künftig verstärkt auf elektrische Antriebstechnik umstellen. IMAGO/HochZwei

Rennen im belgischen Spa-Francorchamps

Der Rennzirkus wird künftig verstärkt auf elektrische Antriebstechnik umstellen.

München Motorsport im Allgemeinen und die Formel 1 im Besonderen gelten als gestrig. Tatsächlich mutet es wie ein ökologischer Irrsinn an, mit teils mehr als 300 Kilometern pro Stunde und einem geschätzten Verbrauch von 40 bis 50 Litern im Kreis zu fahren.

Umso zweifelhafter ist daher auf den ersten Blick die Ankündigung von Audi, ab 2026 in den Rennzirkus einzusteigen. Manche sprechen bereits von einer geradezu bizarren Entscheidung. Auf den zweiten Blick ergibt das Engagement der Ingolstädter aber durchaus Sinn.

Da wäre zunächst die ökonomische Komponente. Seit vergangenem Jahr müssen die zehn Teams, die in der Formel 1 antreten, eine Budgetobergrenze einhalten. Diese lag zuletzt bei 140 Millionen Dollar pro Jahr. Das finanzielle Risiko für die Teilnehmer ist damit limitiert. Zugleich steigt der potenziell erzielbare Werbewert.

Fast 50 Millionen Menschen erreicht der Rennzirkus mittlerweile über Facebook, Twitter und Instagram. Das Wachstum ist hier beachtlich. Alleine Mercedes-Benz beziffert seinen Medienwert aus der Formel 1 auf über eine Milliarde Euro.

Hinzu kommt: Erstmals seit Jahren verzeichnete die Rennserie zuletzt wieder mehr TV-Zuschauer. Rund 445 Millionen Menschen haben im Vorjahr zumindest einen der 23 Grand Prix verfolgt. Audi kann die Formel 1 also als vergleichsweise billige Werbeplattform nutzen.

Die Formel 1 als Testlabor für Audi

Gleichzeitig dient die Rennserie der VW-Tochter als eine Art Testlabor für synthetische Kraftstoffe und hocheffiziente neue Antriebe. Letztere müssen in der Formel 1 bald fast zur Hälfte aus elektrischen Komponenten bestehen.

Da Elektromotoren längst auch ein differenzierender Faktor im Tagesgeschäft von Autobauern sind, kann Audi hier auf lohnende Erkenntnisse hoffen und den Rennsport neu definieren. Auch die Formel 1 muss schließlich irgendwann klimaneutral werden – sonst ist sie ohnehin tot.

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