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21.05.2019

11:36

Kommentar

Geldinstitute müssen beim Zahlungsverkehr schnell und konsequent handeln

Von: Daniel Schäfer

Endlich wagen deutsche Banken den Versuch, der Macht von Apple & Co. etwas entgegenzusetzen. Ein Scheitern des Plans ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Werden es die deutschen Geldinstitute schaffen, ihre Kräfte im elektronischen Zahlungsverkehr zu bündeln? Reuters

Kontaktloses Bezahlen

Werden es die deutschen Geldinstitute schaffen, ihre Kräfte im elektronischen Zahlungsverkehr zu bündeln?

Wenn die geballte Kraft der deutschen Sparkassen, Raiffeisenbanken und privaten Geldhäuser zusammenkommt, sollte eigentlich etwas Großes dabei herauskommen. Doch in den vergangenen Jahren waren die gemeinsamen Versuche der Geldhäuser, der Macht der US-Techkonzerne im digitalen Zahlungsverkehr etwas entgegenzusetzen, eher ein Beispiel für das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei.

Während die deutschen Online-Bezahlsysteme Paydirekt und Giropay munter nebeneinander her floppten, zementierte der US-Techriese Paypal seine Marktmacht. Und während Google und Apple sich anschickten, das Bezahlen mit dem Smartphone an der Ladenkasse durchzusetzen, haben die hiesigen Banken bis heute keine überzeugende Lösung dafür anzubieten.

Umso begrüßenswerter ist es, dass die drei Säulen des deutschen Bankwesens nun darüber reden, wie sie die Kräfte im elektronischen Zahlungsverkehr bündeln können. Ein Schritt, der sehr spät kommt – aber vielleicht noch nicht zu spät. Entscheidend wird jetzt sein, dass die Banken ebenso schnell wie konsequent handeln.

Die Voraussetzungen dafür sind eigentlich gar nicht so schlecht: Mit der Girocard hat die deutsche Bankbranche einen hierzulande fast unschlagbaren Markennamen etabliert. Die ehemalige EC-Karte, von der über 100 Millionen Stück im Umlauf sind und die damit deutlich stärker verbreitet ist als die Kreditkarte, könnte als Nukleus für ein neues digitales Bezahlverfahren dienen – egal ob am Desktop, bei den immer wichtiger werdenden Einkäufen mit Smartphone-Apps oder beim Bezahlen mit dem Handy an der Ladenkasse.

Um das zu erreichen, müssten die Banken bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden. Dazu gehört unter anderem, das erfolglose Paydirekt abzuschalten und das Geld in Lösungen für die Girocard zu stecken. Die Gefahr ist aber groß, dass sich am Ende wieder einmal die Bedenkenträger und das Klienteldenken durchsetzen. Dann hießen die Gewinner Paypal, Apple und Google.

Mehr zum Thema: Die deutschen Banken stellen ihren Zahlungsverkehr auf den Prüfstand.

Kommentare (1)

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Herr Frank Krebs

21.05.2019, 17:04 Uhr

Die Deutschen haben doch auf diesem Gebiet keinerlei Kompetenz. Überlasst das doch denjenigen die etwas davon verstehen. Eine halbgare, zum Scheitern verurteilte, deutsche Lösung braucht doch jetzt niemend mehr. Aber das ist typisch für das deutsche Finanzwesen: Der Zug befindet sich längst in voller Fahrt, und die Deutschen versuchen trotzdem noch aufzuspringen.

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