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05.09.2019

13:45

Sieben Kandidatenpaare und ein Einzelbewerber ringen um die SPD-Führung. dpa

Michael Roth, Klara Geywitz, Olaf Scholz und Boris Pistorius (v.l.)

Sieben Kandidatenpaare und ein Einzelbewerber ringen um die SPD-Führung.

Kommentar

Gewinnen wird das SPD-Kandidatenduo, das den besten Weg aus der GroKo aufzeigt

Von: Christian Rothenberg

Die SPD macht sich in den Regionalkonferenzen wieder Mut. Den wird sie schon bald brauchen. Denn die Partei steht vor einer schwierigen Entscheidung.

Der Name der zurzeit größten deutschen Selbsthilfegruppe hat drei Buchstaben: SPD. Wer will, der kann der Partei fast täglich dabei zuschauen, wie sie sich selbst therapiert.

Am Ende der 23 Regionalkonferenzen wählt die SPD eine neue Führung. Tatsächlich zeigt die Premiere in Saarbrücken: Die Partei lebt – und wittert wieder Hoffnung, dass es für sie nicht zu spät ist. Sie hat sich für ein mutiges Format entschieden. Eine Lehre aus der lange praktizierten, gescheiterten Hinterzimmerpolitik.

Start der Vorstellungsrunden

So lief der erste Auftritt der Kandidaten für den SPD-Vorsitz

Start der Vorstellungsrunden: So lief der erste Auftritt der Kandidaten für den SPD-Vorsitz

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Dabei ist es fast ein bisschen unheimlich, wie schnell eine so niedergeschlagene Partei zu begeistern ist. Am Mittwoch konnte man den Eindruck gewinnen, die SPD berausche sich schon wieder an sich selbst. Eine Eigenschaft, die tief in der Parteiseele verwurzelt ist. Trotzdem ist Eifer sicher nicht das Schlechteste, wenn es darum geht, der ältesten Partei des Landes wieder Leben einzuhauchen. An Ideen mangelt es nicht.

Vor allem aber wird die SPD bald eine lästige Frage beantworten müssen: Wagt die Partei Ende 2019 den vorzeitigen Bruch der Großen Koalition oder nicht? Dieses heikle Thema überlagert den parteiinternen Wahlkampf und wird ihn auch entscheiden.

Das Problem ist: Die Deutschen sind mit ihrer Bundesregierung zufrieden und schätzen Stabilität. Die SPD hadert jedoch mit ihrer Rolle, Teile der Partei wollen unbedingt raus aus der Koalition. Die Kandidaten für den Vorsitz verteilen sich – teils mehr, teils weniger deutlich – auf beide Seiten dieser Konfliktlinie.

Willy Brandts Satz „Erst das Land, dann die Partei“ wird die SPD nicht mehr los. Brandts Erben müssen eine unbequeme Entscheidung treffen, bei der sie es weder allen Mitgliedern noch dem ganzen Land recht machen können. Sowohl für den Verbleib in der Koalition als auch für die eindeutig risikoreichere Variante, den Ausstieg und damit verbundene Neuwahlen, bräuchte die neue Führung eine überzeugende Erzählung. Das SPD-Duo, das den besten und vertrauenswürdigsten Weg aufzeigt, wird gewinnen.

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