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06.06.2022

16:54

Kommentar

Gut bestellt: Eine neue Generation an Aufsichtsräten überwacht die Dax-Konzerne

Von: Tanja Kewes

Die neuen Kontrolleure sind jünger, internationaler und kompetenter. Das ist wichtig, um Unternehmen bei der Lösung von Zukunftsproblemen zu beraten.

Die Kontrollgremien der 40 größten börsennotierten Unternehmen wandeln sich so stark wie nie zuvor.

Dax-Aufsichtsräte Dorothea von Boxberg, Sven Schneider und Sopna Sury (von links)

Die Kontrollgremien der 40 größten börsennotierten Unternehmen wandeln sich so stark wie nie zuvor.

Sopna ... wer? Sven ... wie? Dorothea ... woher? Sie sind drei von 30 neuen Dax-Aufsichtsrätinnen und -Aufsichtsräten: Sopna Sury überwacht seit Mai den Baustoffkonzern Heidelberg Cement, Sven Schneider den Werkstoffhersteller Covestro und Dorothea von Boxberg den Automobilzulieferer Continental.

Sie sind typische Vertreter einer neuen Generation von Dax-Kontrolleuren: jung, international, dynamisch und unabhängig. Sie stehen zudem in operativer Verantwortung. So leitet Sury im eigentlichen Job das Wasserstoffgeschäft von RWE, Schneider ist CFO des Chipherstellers Infineon, und von Boxberg führt die Frachtsparte der größten deutschen Fluglinie, Lufthansa Cargo.

Sury, Schneider und von Boxberg, die bei den Wahlen der jüngsten Hauptversammlungen bestellt wurden, stehen stellvertretend für die notwendige Transformation der Aufsichts- und Führungskultur in den Dax-Unternehmen.

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    Nie waren die Aufsichtsräte der 40 größten deutschen börsennotierten Konzerne weiblicher, internationaler und mit mehr fachlicher Kompetenz in Topthemen wie Nachhaltigkeit, Technologie und Finanzen besetzt. Und nie waren die Kontrolleure unabhängiger und kürzer gebunden.

    Diese Transformation der deutschen Aufsichtsräte ist richtig und wichtig. Vorbei sind damit die Zeiten der sogenannten Deutschland-AG, in der einige wenige Multiaufsichtsräte über Jahrzehnte das Geschehen bestimmten – mit Starallüren, Alles-schon-einmal-erlebt-Attitüde, in treuen Männerbünden verschworen und über alle Zweifel erhaben.

    Mandate als Aufsichtsrat über zwei oder drei Jahre reichen aus

    Die deutsche Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Die Digitalisierung hat vielerorts zur Transformation ganzer Geschäftsmodelle geführt. Der Klimawandel zum Umdenken in puncto Nachhaltigkeit. Und auf die Coronakrise folgte unmittelbar der Ukrainekrieg und damit eine weitere Verschärfung der Energiekrise und Lieferkettenproblematik. Hinzu kommt ein Fachkräftemangel nie da gewesenen Ausmaßes.

    Bei diesen fundamentalen Verwerfungen muss ein ausgewiesenes Fachgremium in den neuralgischen Themen Nachhaltigkeit, Technologie und Finanzierung einen Dax-Vorstand kontrollieren und beraten. Zudem müssen die Aufsichtsräte die gesellschaftliche Vielfalt in ihren Biografien widerspiegeln – erstens weil sich gezeigt hat, dass diverse Teams besser funktionieren, und zweitens weil Konzerne mit vielfältigen Führungsteams als Arbeitgeber attraktiver sind.

    Damit nicht genug. Die Aufsichtsräte der neuen Generation dürfen nicht jahrelang gebunden sein. Mandate von zwei bis drei Jahren reichen. Danach sollte immer geschaut werden, ob eine weitere Zusammenarbeit im Sinne des Konzerns ist. Erst dann gilt im eigentlichen Sinne: Sie sind gut bestellt.

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