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05.05.2022

18:52

Kommentar

Henkel-Chef Knobel baut den Persil-Hersteller zu zögerlich um

Von: Michael Scheppe

Eine einfache Zusammenlegung der Konsumgütersparten senkt Kosten, bringt aber womöglich kein Wachstum. Der Dax-CEO muss viel konsequenter handeln.

Henkel-Chef Carsten Knobel Henkel

Henkel-Chef Carsten Knobel

Der Manager baut den Konsumgüterkonzern um.

Carsten Knobel ist gerade nicht zu beneiden: Der Henkel-Chef steht in der Kritik, weil er zu lange am Russlandgeschäft festgehalten hat. Jüngst räumte er in einer Gewinnwarnung ein, dass steigende Rohstoffkosten und löchrige Lieferketten den Persil-Hersteller stärker belasten als angenommen. Und am Donnerstag musste Knobel auch noch mitteilen, mindestens 2000 Stellen zu streichen, weil er den Konzern umbaut.

Knobel legt das solide laufende Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft mit seinen Marken Persil und Pril und die Kosmetiksparte zusammen, die seit Jahren daran krankt, dass sie zu klein ist und margenstarke Produkte wie hochwertige Gesichtscremes fehlen.

Von der neuen Struktur verspricht sich Knobel nicht nur Synergien, sondern auch Wachstum und mehr Verhandlungsmacht gegenüber dem Handel. Firmenbeobachter zweifeln diesen Nutzen allerdings an. Für sie ist der Umbau eine Defensivmaßnahme, die vor allem auf der Kostenseite wirkt, aber die Erlöse nicht zwingend steigert.

Knobel gilt als zu zögerlich

Für einen Befreiungsschlag müsste Knobel härter durchgreifen. Analysten empfehlen schon lange, die Kosmetiksparte signifikant zu verstärken oder gänzlich zu veräußern. Stattdessen verkauft Knobel nur einige schlecht laufende Marken, schlagkräftige Zukäufe sind ihm trotz solider Finanzen bislang nicht gelungen.

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    Beobachter raten dem Manager auch, die beiden neu entstehenden Firmenbereiche Konsumgüter und Klebstoffe aufzuspalten – so, wie es etwa Siemens erfolgreich vorgemacht hat. Doch auch das schließt Knobel wiederholt aus.

    In der Branche gilt der Manager als zu zögerlich – wie er erst beim Rückzug aus Russland und nun mit seinen Umbauplänen bewiesen hat. Das Traditionsunternehmen braucht klarere Entscheidungen, um sich in einer schwierigen Zeit für die Zukunft aufstellen zu können.

    Ob der Weg von Knobel der richtige ist, werden die künftigen Geschäftszahlen zeigen.

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