Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

07.05.2019

17:42

Kommentar

Henkels Schwäche bei Klebstoffen erfordert einen mutigen Schnitt

Von: Georg Weishaupt

Bislang sträubt sich Henkel-Chef Hans van Bylen gegen die Veräußerung des Beauty-Geschäfts. Doch die schwachen Umsätze mit Klebstoffen erhöhen den Druck.

Der Henkel-CEO hat noch zwei Jahre Vertrag – und könnte jetzt zu einem Schnitt gezwungen werden. dpa

Hans van Bylen

Der Henkel-CEO hat noch zwei Jahre Vertrag – und könnte jetzt zu einem Schnitt gezwungen werden.

Henkel-Chef Hans Van Bylen konnte sich in den vergangenen Jahren in einem Punkt sicher sein: Auf das Klebstoff-Geschäft war stets Verlass. Es lieferte starkes Wachstum und die höchsten Renditen im Konzern. Doch ausgerechnet jetzt, im ersten Quartal, schwächelt die wichtigste Sparte des Herstellers von Persil, Pritt & Co., die knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz beisteuert. Ausgerechnet jetzt, nachdem Van Bylen die Aktionäre bereits mit einer sinkenden Rendite für den Gesamtkonzern geschockt hat.

Schwächelt die Klebstoff-Sparte dauerhaft, wird dies Folgen haben: Der Druck auf Van Bylen wird wachsen, sich stärker als bisher von schlecht laufendem Geschäft in seinem Portfolio zu trennen. Dazu gehört die Beauty-Sparte mit Marken wie Fa und Schauma. Sie liefert seit Längerem das schwächste Wachstum und die schlechtesten Renditen im gesamten Konzern.

Bisher zögert Van Bylen mit dem Durchgriff, weil er die Breite des Angebots von preisgünstigen Konsum- bis zu hochpreisigeren Marken für Frisöre erhalten will. Doch das kostet Marge. Diesen Luxus kann er sich umso weniger leisten, je länger das Kerngeschäft mit den Klebstoffen nicht mehr die erforderliche Rendite liefert.

Van Bylen muss sich nicht vom gesamten Beauty-Geschäft trennen, wie es immer mal wieder von Analysten gefordert wird. Aber er sollte sich auf den Teil der Sparte konzentrieren, der wirklich profitabel ist: das sogenannte Friseurgeschäft. Die Marken, die von Haarprofis verkauft werden, liefern gute Renditen.

Die übrigen Körperpflegeprodukte für Supermärkte hingegen geraten von einer Preis- und Werbeschlacht in die nächste. Und in diesem Segment ist angesichts viel größerer Konkurrenten von Procter & Gamble bis L’Oréal keine Besserung in Sicht.

Van Bylen muss sich deshalb dieses Jahr zu einem mutigen Schnitt entschließen – auch um sich für eine neue Amtszeit zu empfehlen. Sein Vertrag läuft nur noch zwei Jahre.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×