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06.10.2022

18:20

Kommentar

In der Energiewende-Debatte kommt das Potenzial neuer Technologien zu kurz

Von: Catiana Krapp

Angst ist in der Energiewende ein schlechter Ratgeber. Die Technologien für eine grüne Stromversorgung existieren. Nötig sind entschlossene Entscheidungen.

Vielen erscheint es bis heute undenkbar, dass künftig Wind- und Solarkraft Deutschland mit Strom versorgen sollen – wo doch gar nicht immer der Wind weht, und nicht immer die Sonne scheint. Dabei gibt es längst gute Ideen, um mit der Volatilität der Erneuerbaren umzugehen. IMAGO/Panama Pictures

Windräder vor Kohlekraftwerk

Vielen erscheint es bis heute undenkbar, dass künftig Wind- und Solarkraft Deutschland mit Strom versorgen sollen – wo doch gar nicht immer der Wind weht, und nicht immer die Sonne scheint. Dabei gibt es längst gute Ideen, um mit der Volatilität der Erneuerbaren umzugehen.

Düsseldorf Die neue Debatte über einen deutschen Kohleausstieg bis 2030 weckt vielerorts Ängste. Ein vorgezogener Ausstieg funktioniere nur, wenn die Versorgungssicherheit gewährleistet sei, heißt es etwa aus dem Brandenburger Landtag.

Das ist natürlich richtig. Allerdings ist Angst ein schlechter Ratgeber, wenn eine so tiefgreifende Transformation wie die deutsche Energiewende in der nötigen Geschwindigkeit gelingen soll.

Zwar schützt Angst davor, fahrlässige Entscheidungen zu treffen. Sie behindert aber auch innovatives Denken. Vielen erscheint es bis heute undenkbar, dass künftig Wind- und Solarkraft Deutschland mit Strom versorgen sollen – wo doch gar nicht immer der Wind weht, und nicht immer die Sonne scheint. Dabei gibt es längst gute Ideen, um mit der Volatilität der Erneuerbaren umzugehen.

Es gibt bessere Lösungen als Gaskraftwerke

Ein Beispiel sind die Mega-Speicher, die Deutschlands Stromnetzbetreiber jetzt bauen wollen. An besonders windigen Tagen müssen in Norddeutschland manchmal Windräder gestoppt werden, weil sie mehr Strom produzieren, als die Leitungen gen Süden transportieren können. Während der Windstrom verfällt, gehen in Süddeutschland gegebenenfalls teure Gaskraftwerke ans Netz. Die Speicher können das zeitweise verhindern.

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    Sind sie voll, können sie kurzfristig den nötigen Überbrückungsstrom liefern. Dabei sind sie viel flexibler als Kraftwerke, sodass die Stromnetze besser ausgelastet werden können und Windkraft seltener abgeschaltet werden muss.

    Zur sicheren Stromversorgung der Zukunft gehören auch massive Investitionen in Wasserstoff. Er muss in Norddeutschland mit günstigem Windstrom entstehen. Und Süddeutschland wird künftig große Mengen Wasserstoff rückverstromen müssen. So zeigen es von der Bundesregierung beauftragte Langfristszenarien. Eine frühe Energiewende ist technologisch möglich. Nur: Sie auch umzusetzen, erfordert Mut und entschlossene Entscheidungen.

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