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02.05.2019

06:48

Kommentar

Kevin Kühnert würde Trabis vom Band laufen lassen

Von: Thomas Sigmund

Der Juso-Chef will Großkonzerne wie BMW kollektivieren. Diese besorgniserregende Haltung gegenüber der Wirtschaft folgt einem schleichenden Trend in Deutschland.

Kevin Kühnert: Juso-Chef würde Trabis vom Band laufen lassen dpa

Kevin Kühnert

Der Juso-Chef sagte, ohne Kollektivierung sei „eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar“.

Juso-Chef Kevin Kühnert hat die Kollektivierung von Großunternehmen wie BMW gefordert. Man könnte solch eine Forderung als Spinnerei eines Vorsitzenden der Jungsozialisten abtun, der in die Schlagzeilen kommen wollte und das auch erreicht hat. Ginge es aber nach Kühnert, so würden bei dem Autobauer in München bald keine BMWs mehr, sondern Trabis vom Band laufen, auf die wir dann auch noch 20 Jahre warten müssten.

Doch die Rolle rückwärts in den Sozialismus ist längst kein Einzelfall mehr. In der deutschen Politik macht sich der Irrglaube breit, der Staat könne alles besser regeln. In Berlin demonstrierten am 1. Mai wieder Tausende für die Enteignung deutscher Wohnungskonzerne. Auch der Grünen-Politiker Robert Habeck könne sich das durchaus vorstellen.

Dabei zählt der Schutz des Privateigentums in allen Staatskonzeptionen, und seien sie noch so minimalistisch, zum absoluten Kern der öffentlichen Aufgaben. Die Feinde des Privateigentums wollen diese Grundfeste der Demokratie ins Wanken bringen. Das beunruhigt die Bürger zu Recht.

Wenn sich die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles also fragt, warum die Sozialdemokratie seit Jahren an Schwindsucht leidet, dann gibt es nur eine Antwort: Es liegt an solchen Debatten wie sie die Kühnerts dieses Landes vom Zaun brechen. Nahles sollte die Debatte also schnellstmöglich stoppen.

Doch es geht noch weiter. Auch im Europa-Wahlkampf der SPD schleicht sich eine Anti-Wirtschaftsstimmung ein, die keinem etwas bringt. Das Europa der Bürger gegen ein Europa der Wirtschaft in Stellung zu bringen ist eine fatale Entscheidung. Nur gemeinsam gelingt es, Europa besser zu machen. Alles andere nutzt nur den eigentlichen Gegnern der Demokratie etwas: den Rechtspopulisten.

Kommentare (14)

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Jay Enn

02.05.2019, 08:24 Uhr

Na endlich möchte man sagen - beim Handelsblatt sitzen doch noch vereinzelt Unterstützer einer freien und sozialen Marktwirtschaft. Ansonsten beobachte ich in letzter Zeit eher wohlwollende Begleitung aller grün-linken meist illiberalen und selten wirklich sozialen Ideen. Es ist halt Mode geworden, Habek & Co an den Lippen zu hängen und an allem Konservativem und Liberalem rumzumäkeln.

Herr Helmut da Silva

02.05.2019, 09:20 Uhr

Juso-Chef Kevin Kühnert hat die Kollektivierung (Enteignung) von Großunternehmen wie BMW gefordert. Die Forderung als Spinnerei eines Vorsitzenden der Jungsozialisten abzutun ist falsch, denn sie ist die politische Ausrichtung der gesamten SPD inclusive der Grünen und der Linken (Nachfolgepartei der SED-Mauermörder). Die SPD hat dies in Berlin mit dem Volksbegehren zur Enteignung der Wohnungsbauunternehmen gestartet. Jetzt kommt von der SPD die Vorderung private Vermietungen ganz zu verbieten. Der logisch nächste Schritt auf dem Weg zum Sozialismus ist die "Schlüsselindustrie" wie BMW, Daimler, VW, Bayer, Basf, usw. komplett zu enteignen und in Staatseigentum zu überführen.
Politiker der SPD wollen Konzerne führen, ist ja lachhaft. Wie wird aus einem Großbetrieb ein Kleinbetrieb?? Man läst ihn durch einen Politiker führen. Siehe Flughafen Berlin, der wird wohl Tage nach der Eröffnung abgerissen weil total veraltet.
Die Aussage des Kommentators: "Alles andere nutzt nur den eigentlichen Gegnern der Demokratie etwas: den Rechtspopulisten." ist falsch.
Kommunismus/Sozialismus und Faschismus/Nationalsozialismus sind nur zwei Seiten der selben Medaille. Dies hat der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek in seinem Buch " Der Weg zur Knechtschaft" sehr gut beschrieben.
Jetzt rächt sich, dass von den Medien/Presse der Liberalismus ( hat nichts mit der FDP zu tun, die ist nicht liberal) so verächtlich gemacht wurde.
Wir brauchen nicht laufen mehr Gesetze, sondern weniger, dafür aber Gute bzw. Bessere.
Wir brauchen nicht weniger Freiheit, sondern mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung in allen Bereichen.

Herr J.-Fr. Pella

02.05.2019, 10:51 Uhr

Herr Kühnert,
freies Zitat aus der "Bergpredigt" (Bibel)
.....selig die Armen im Geiste, denn ihrer ust das ..........

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