Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

18.09.2019

16:46

Kommentar

Klares Versäumnis: Die Integration der SAP-Programme hätte früher beginnen müssen

Von: Christof Kerkmann

Der Softwarekonzern verliert laut einer Studie Vertrauen und Gunst seiner Kunden. Das ist als Warnsignal zu verstehen.

Der Konzern will mit mehreren Programmen die Kundenzufriedenheit wieder steigern. Reuters

SAP-CEO Bill McDermott

Der Konzern will mit mehreren Programmen die Kundenzufriedenheit wieder steigern.

Vertrauen wird in Tröpfchen gewonnen und in Eimern verloren: Diese Weisheit zitiert SAP-Chef Bill McDermott gerne, wenn er über seinen jüngsten Zukauf redet. Der Marktforschungsspezialist Qualtrics soll Firmen helfen, ihre Kunden zu verstehen. Das – so das Versprechen – ist die Voraussetzung für enge Verbindung.

Leider hat SAP dieses Prinzip selbst viel zu lange vernachlässigt. Eine am Mittwoch vorgestellte Studie der Kundenorganisation DSAG zeigt, dass ein beträchtlicher Teil der Unternehmen im deutschsprachigen Raum der Produktstrategie des Softwarespezialisten nicht vertraut – mehr noch, ihn nicht als strategischen Partner sieht.

SAP hat dieses Warnsignal gehört. Der Konzern will mit mehreren Programmen die Kundenzufriedenheit wieder steigern. So strukturiert er die Organisation um, die das Programmpaket S/4 Hana entwickelt. Bis das nachhaltig Wirkung zeigt, dauert es aber.

Der Softwarehersteller hat bewegte Jahre hinter sich. In mehreren Milliardendeals kaufte er Anbieter, die aufs Cloud Computing spezialisiert waren – diesen Trend aus den USA hatte der Marktführer für Geschäftssoftware aus Deutschland zu spät erkannt. Diese Neuausrichtung unter dem Amerikaner McDermott war ohne Alternative.

Doch in dieser Zeit vernachlässigte SAP das Kerngeschäft. Der IT-Konzern ist für Lösungen bekannt, mit denen Unternehmen Geschäftsprozesse durchgängig steuern können, und zwar ohne Verzögerungen oder Datenpannen. Die Voraussetzung dafür jedoch ist die Integration des großen Portfolios. Daran hapert es bis heute.

Es ist verständlich, dass das Management zwischenzeitlich mehr mit den großen Deals als den mühsamen Details beschäftigt war. Trotzdem hätte es die Integration der verschiedenen Programme deutlich früher beginnen müssen – ein klares Versäumnis.

Jetzt hat das Thema Priorität. Der Konzern muss nun hoffen, dass er das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen kann, Tropfen für Tropfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×