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19.10.2022

12:34

Kommentar

Lufthansa muss sich stärker für Externe öffnen

Von: Jens Koenen

Management und Aufsichtsrat haben den Konzern gut durch die Krise gebracht. Aber es ist gut, dass neue Köpfe in das Kontrollgremium kommen, die andere Fragen stellen.

Investoren drängen darauf, die künftige Besetzung des Aufsichtsrats möglichst schnell zu klären. Reuters

Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen Frankfurt

Investoren drängen darauf, die künftige Besetzung des Aufsichtsrats möglichst schnell zu klären.

Die Situation ist alles andere als ideal. Da läuft im kommenden Jahr der Vertrag von Lufthansa-Chefkontrolleur Karl-Ludwig Kley aus, und wie es an der Spitze des Aufsichtsrats weitergeht, ist völlig unklar. Der eine Kandidat, Ex-BMW-Chef Harald Krüger, will offensichtlich nicht, der andere, der ehemalige Airbus-CEO Tom Enders, eckt bei den Arbeitnehmern an.

In seiner Not überlegt Kley, selbst noch mal weiterzumachen. Ein erfahrener Manager, der sich intensiv mit guter Unternehmensführung befasst hat, ist bereit, eine Altersgrenze zu überschreiten, die noch bis zum letzten Jahr bei Lufthansa galt. Das Ganze ist äußerst unglücklich.

Und es ist nicht das erste Mal, dass die Besetzung des Chefpostens im Aufsichtsrat für Unruhe sorgt. 2013 kündigte der frühere Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung an, auf Druck von Investoren nicht zu kandidieren. Um dann gerade noch rechtzeitig vor dem Aktionärstreffen doch noch anzutreten.

Umso wichtiger ist es jetzt, ein vergleichbares Chaos zu vermeiden und zeitig für Klarheit zu sorgen. Mindestens ebenso wichtig ist es, bei der Besetzung des Kontrollgremiums offener für externe Expertise zu sein. Die Gremien der „Hansa“ schmoren noch zu sehr im eigenen Saft.

Dass Großaktionär Klaus-Michael Kühne seinen Vertrauten Karl Gernandt nicht nur in das Kontrollgremium schicken will, sondern auch auf einen Sitz im Prüfungsausschuss besteht, ist genau richtig. Gernandt eilt der Ruf voraus, ein äußert solider Manager zu sein, der vor allem eines im Sinn hat: den Erfolg der Beteiligungen von Kühne.

Gernandt dürfte also die richtigen Fragen stellen, Entscheidungen etwa des Vorstands kritisch hinterfragen und sich genau erklären lassen. Ist die Strategie mit den vielen Airlines die richtige? Werden alle Synergien gehoben, die es gibt? Genau diese Fragen braucht Lufthansa, um weiter erfolgreich zu sein.

Mit Krüger, der den Prüfungsausschuss leitet, gibt es einen Kontrolleur, der gern den Finger in die richtigen Wunden legt. Davon kann die Lufthansa noch mehr vertragen.

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