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21.02.2019

16:29

Kommentar

Mit einem Milliardenverlust kann die Deutsche Bank die Aktionäre nicht mehr schockieren

Von: Daniel Schäfer

Die Enthüllung über einen früheren Milliardenverlust zeigt, dass die Deutsche Bank weiterhin zu intransparent ist – und sich dadurch angreifbar macht.

In den USA hat sich die Bank viele Feinde gemacht – nicht zuletzt mit ihrer Rolle als Hausbank von Donald Trump. AFP

Deutsche Bank

In den USA hat sich die Bank viele Feinde gemacht – nicht zuletzt mit ihrer Rolle als Hausbank von Donald Trump.

Ein Verlust von 1,6 Milliarden Dollar? Eine solche Nachricht kann leidgeplagte Aktionäre der dauerkriselnden Deutschen Bank längst nicht mehr schockieren. Zumal, wenn der aus Investitionen in US-Bonds stammende Schaden schon 2016 vollständig verdaut wurde. Und so bewegte sich der Aktienkurs am Donnerstag kaum, nachdem der Altfall im „Wall Street Journal“ enthüllt wurde.

Alles Tempi passati also, lediglich ein weiteres Detail aus der unrühmlichen Vergangenheit des Geldhauses? Das wäre zu einfach. Einen fahlen Beigeschmack hinterlässt die Nachricht nämlich gleichwohl.

Zum einen ist es natürlich kein Zufall, dass immer wieder solche Negativnachrichten aus den USA nach Deutschland schwappen. Mit ihrem früher viel zu aggressiven Auftreten den US-Regulatoren gegenüber und ihrer Rolle als Hausbank von US-Präsident Donald Trump hat sich die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren viele Feinde in der US-Politik, unter Aufsehern und natürlich auch unter rivalisierenden Bankern gemacht.

Daran hat das heutige Topmanagement zwar keine Schuld. Dass es sich mitunter fühlt, als würde eine schmutzige Kampagne nach der anderen gegen die Deutsche Bank betrieben, ist daher verständlich.

Doch das Problem ist: Den Schlamm, mit dem geworfen wird, hat das Geldhaus selbst produziert. Das zeigt der jüngste Fall exemplarisch: Die Verluste des 2007 gekauften, 7,8 Milliarden Dollar schweren Portfolios wurden über Jahre verschleiert und erst 2016 völlig bereinigt. Wirklich offen darüber kommuniziert wurde damals nicht.

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Die Bank investierte 2007 in ein Bond-Portfolio und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren 1,6 Milliarden Dollar verloren haben. Auch Warren Buffett war in den Deal verstrickt.

Wer derart intransparent ist, macht sich angreifbar. Und so wundert es nicht, dass die Aktionäre die Bank mit einem Viertel ihres Buchwertes bepreisen – ein Zeichen des Misstrauens in das Geschäftsmodell, aber auch in die Bilanz. Selbst Großinvestoren zweifeln in privaten Gesprächen an der Solidität der 1,3 Billionen Euro schweren Bilanz. Intransparenz konnte sich die Bank leisten, als alles gut lief. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei.

Kommentare (1)

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Herr ulf-elmar böttcher

22.02.2019, 08:19 Uhr

Sehr geehrter Herr Schäfer,

worum geht es eigentlich, aus einem 7,8 Mrd Dollar Portfolio aus 2007 (!) ist ein Verlust von 1,6 Mrd Dollar entstanden.Da gab es im Zuge der Finanzkrise wohl größere Ausfälle.

Wo kam das Geschaft her ? Aus der Übernahme von Mortgage IT ? Welche Laufzeiten hatten die Papiere. usw.
Wurde dieser Verlust bilanziell verschleiert ? Ich denke ja wohl nein. Wann wurde der Verlust also gebucht ?

Dies Einzufügen wäre doch wohl eine seriöse Recherche wert.
Ansonsten hat das alles leider ein wenig Beigeschmäckle. Siehe Kursverluste bei Wirecard.






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