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10.02.2019

17:20

Kommentar

Mit einer Klage gegen Bosch täte sich VW keinen Gefallen

Von: Volker Votsmeier

In der Aufarbeitung der Dieselaffäre prüft VW eine Klage gegen Bosch. Der Konzern sollte seine Ressourcen lieber für den Bau von Zukunftsautos nutzen.

VW täte sich mit der Klage gegen Bosch keinen Gefallen Reuters

Volkswagen und Bosch

Die beiden Konzerne sind langjährige Geschäftspartner.

Die gigantische Summe von 28 Milliarden Euro hat der Dieselskandal den Volkswagen-Konzern bislang gekostet, weitere Milliarden werden hinzukommen. In Wolfsburg stellt man sich nun die Frage, wer für den Schaden geradestehen muss.

Es ist klar, dass der Löwenanteil bei VW hängen bleiben wird. Aber wirkten nicht andere an dem Betrug mit? Sollten nicht sie einen Teil der Verantwortung und damit auch des Schadens übernehmen müssen?

VW richtet seinen Blick jetzt nach Stuttgart. Dort sitzt der wohl wichtigste Geschäftspartner des Autobauers: Bosch. Fakt ist, dass der Zulieferer Software an VW verkaufte, die Volkswagen letztlich zur Manipulation der Dieselmotoren nutzte. Die Selbstzünder fuhren sauber im Labor und dreckig auf der Straße.

VW will Bosch nun womöglich für die Softwarelieferung juristisch zur Rechenschaft ziehen. Eine Klage werde geprüft, heißt es in Wolfsburg. Dazu sei man gegenüber den eigenen Aktionären verpflichtet. Vielleicht, so das Kalkül, kann VW ja ein paar Hundert Millionen Euro von Bosch einklagen.

Käme es tatsächlich zu einem Prozess, hätte dies allerdings verheerende Folgen, auch für VW selbst. Schon jetzt ist der Autokonzern in unzählige rechtliche Streitigkeiten verstrickt. Er muss sich gegen Aktionärs- und Verbraucherklagen wehren, in Deutschland und im Ausland.

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Die Dieselaffäre hat VW schon 28 Milliarden Euro gekostet. Und sie dürfte noch teurer werden. Nun prüft der Konzern Schadenersatzforderungen gegen seine Zulieferer.

Außerdem gibt es Streit mit zahlreichen ehemaligen Managern. Von den Ermittlungen in Braunschweig, Stuttgart und München ganz zu schweigen. Die Klage gegen Bosch würde ein neues juristisches Schlachtfeld eröffnen, das den Konzern jahrelang beschäftigt. Der Zulieferer wird sich mit allen Mitteln wehren. Schließlich hat er geliefert, was VW bestellte.

Viel schwerer wiegt, dass das Verhältnis zwischen VW und Bosch schwer belastet würde – ausgerechnet in einer Zeit des Umbruchs im Automobilbau. VW sollte besser alle Ressourcen darauf verwenden, Autos für die Zukunft zu bauen. Und das geht kaum mit einem Partner, mit dem man zerstritten ist.

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