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07.11.2019

18:18

Kommentar

Negativzinsen für Privatkunden sind für Banken ein Spiel mit dem Feuer

Von: Andreas Kröner

Geldhäuser brauchen viel Fingerspitzengefühl, wenn sie Negativzinsen an Privatkunden weitergeben. Populistische Forderungen, das zu verbieten, sind aber fehl am Platz.

Das Geld will Negativzinsen an seine Privatkunden weiterreichen. Moment Select/Getty Images

Zentrale der Commerzbank im Frankfurter Bankenviertel

Das Geld will Negativzinsen an seine Privatkunden weiterreichen.

Was haben die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Sparkasse Rotenburg-Osterholz gemeinsam? Sie alle haben entschieden, die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank an bestimmte Privatkunden weiterzugeben. Das Vorgehen ist nachvollziehbar, schließlich müssen die Geldhäuser selbst 0,5 Prozent Zinsen berappen, wenn sie überschüssiges Geld über Nacht bei der Notenbank parken.

Populistische Forderungen aus der Politik, Negativzinsen für Privatkunden zu verbieten, sind deshalb fehl am Platz. Denn damit würde der Staat viele Finanzinstitute faktisch zu Verlustgeschäften zwingen.

Die gute Nachricht für die Verbraucher ist, dass die meisten Banken Negativzinsen bisher nur an Privatkunden mit sehr hohen Einlagen weitergeben – die Commerzbank spricht etwa zunächst Personen an, die mehr als eine Million Euro auf ihrem Konto liegen haben. Dass Otto Normalbürger mit weniger als 100.000 Euro zur Kasse gebeten werden, ist nicht geplant.

Grundsätzlich müssen Banken bei der Weitergabe von Negativzinsen Fingerspitzengefühl beweisen. Für ihre Ergebnisse sind Einlagen heute zwar häufig eine Belastung. Für die Liquiditätsausstattung der Institute sind stabile Einlagen dagegen nach wie vor von großer Bedeutung.

Sollten wegen der Einführung von Negativzinsen Kunden massenhaft Geld von einer Bank abziehen, bekäme jedes Finanzinstitut Probleme. In der Vergangenheit sind Banken häufig wegen Liquiditätsengpässen pleitegegangen und nicht wegen zu dünner Kapitalpolster.

Die Weitergabe von Negativzinsen ist für Banken also ein Spiel mit dem Feuer. Die Institute versuchen zu Recht, opportunistische Anleger abzuwehren, die hohe Beträge gezielt bei Banken parken, die keine oder nur geringe Negativzinsen verlangen. Auf der anderen Seite dürfen die Finanzinstitute langjährigen Kunden nicht vor den Kopf stoßen und müssen stabile Geschäftsbeziehungen bewahren.

Es ist zu hoffen, dass den deutschen Banken dieser Balanceakt gelingt.

Kommentare (1)

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Herr Franz Schügerl

08.11.2019, 16:04 Uhr

Also ich habe vollstes Verständnis für die Banken! Deshalb habe ich heute wieder 10 000 Euro abgehoben!

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