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20.09.2022

17:59

Kommentar

Neue Einheit „Consumer Brands“: Der Umbau bei Henkel wirft Fragen auf

Von: Michael Scheppe

Henkel-Chef Carsten Knobel will zwei Sparten zu einer zusammenlegen. Experten bezweifeln die Erfolgsaussichten. Doch der Plan hat auch etwas Gutes.

Henkel-Chef Carsten Knobel Henkel

Henkel-Chef Carsten Knobel

Der Manager baut den Konsumgüterkonzern um.

Carsten Knobel kennt die Kritik. „Ich weiß, dass nicht jeder von Ihnen überzeugt ist, dass es der richtige Schritt ist“, sagte der Henkel-Chef am Dienstag bei einem Investorentag. Der Manager baut den Persil-Hersteller gerade um. Er legt das Kosmetikgeschäft mit der Wasch- und Reinigungsmittelsparte zusammen. Knobel will damit das Wachstum auf eine „nächste Stufe heben“, wie er gerne sagt.

Der Applaus der Anwesenden nach fast vier Stunden mit Vorträgen war verhalten. Ob das ein Zeichen ist, dass die Branchenkenner noch immer nicht überzeugt sind? Sie monieren, dass die Zusammenlegung zweier Sparten nicht automatisch Wachstum generiert.

Henkels Kosmetikgeschäft ist klein, es fehlen margenstarke Produkte wie etwa Gesichtscremes. Knobel stellt hier bereits schlecht laufende Marken mit 250 Millionen Euro Umsatz ein. So wird das Geschäft zwar noch kleiner, aber Knobel will die Marge steigern – und die Gewinne. Die Mehreinnahmen will er in bestehende Marken investieren. Das stärke die Relevanz aller Henkel-Produkte im Handel und mache es leichter, Preiserhöhungen durchzusetzen – in der Theorie.

Die Verhandlungsmacht ist nur so groß wie das schwächste Produkt

Aber selbst wenn künftig nicht mehr zwei Henkel-Verkäufer mit Edeka und Co. verhandeln, sondern nur noch einer, kann dieser zwar mit den starken Marken wie Persil oder Pril aufwarten. Doch das Kosmetikgeschäft bleibt im Vergleich schwach. Und die Verhandlungsmacht bleibt in der Praxis nur so groß wie das schwächste Produkt.

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    Immerhin: Der Blick von außen hat gezeigt, dass Veränderung notwendig ist. Mit Wolfgang König leitet ein Manager die Sparte, der nicht im Konzern groß geworden ist.

    Er musste feststellen, dass beide Bereiche fast schon wie zwei Firmen nebeneinander existiert haben: Entwickler forschten an ähnlichen Technologien, Vorprodukte wurden mit zwei Rechnungen bei einem Lieferanten gekauft und mitunter Waren zum selben Lager mit zwei Lastern geliefert. Wenn solche Ineffizienzen eliminiert werden, hat Henkel schon einiges erreicht.

    Doch die Einnahmen steigert das noch immer nicht. Knobel bleibt die Hoffnung, mit einer großen Sparte Zukäufe leichter zu tätigen, die bislang weder zur einen noch zur anderen gepasst haben. „Wir sind von unseren Plänen überzeugt“, sagt Knobel. Was soll er auch anderes tun?

    Der Konzernumbau ist bald abgeschlossen. Dann wird sich zeigen, ob Marge und Gewinne steigen oder nur die Kosten sinken – und ob Knobel recht hat oder die Analysten.

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