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07.11.2019

16:45

Kommentar

Noch sind die USA und China im Handelsstreit nicht am Ziel

Von: Sha Hua

Die mögliche Einigung im Handelsstreit zwischen USA und China ist noch kein Grund zum Jubel. Denn vieles hängt weiterhin in der Schwebe.

Der Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, wirkt sich schließlich nicht nur negativ auf die beiden Länder, sondern auf die gesamte Welt aus. AFP

Donald Trump und Xi Jinping

Der Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, wirkt sich schließlich nicht nur negativ auf die beiden Länder, sondern auf die gesamte Welt aus.

Die Nachricht, China und die USA hätten sich darauf geeinigt, zusätzlichen Zölle schrittweise mit dem Fortschritt der Verhandlungen zurückzunehmen, macht Hoffnung. Der Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt wirkt sich schließlich nicht nur negativ auf die beiden Länder, sondern auf die gesamte Welt aus.

Doch man sollte sich nicht zu früh freuen. Der Champagner kann jetzt kalt gestellt, aber noch nicht geöffnet werden. Noch hängt vieles in der Schwebe, bevor ein sogenannter Phase-1-Deal erzielt wird. Denn bisher steht noch nicht einmal fest, ob die Vereinbarung tatsächlich unterzeichnet wird. Schon einmal standen beide Parteien kurz vor dem Abschluss. Dann wurden die Gespräche abgebrochen; es folgten noch mehr Strafzölle.

Noch haben sich beide Seiten nicht einmal auf einen Ort und Zeitpunkt für die Unterzeichnung geeinigt. Mal war vom amerikanischen Soja-Bundesstaat Iowa die Rede, mal sollten sich US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping im tiefen Winter von Alaska treffen. Inzwischen berichten Beobachter, dass man eine Einigung erst bis Mitte Dezember erreichen werde.

Vielleicht gibt es tatsächlich kurz vor Weihnachten noch ein Handelsabkommen. Trump muss in Zeiten eines Amtsenthebungsverfahrens dringend einen Erfolg vorweisen. Und Xi würde auch davon profitieren, wenn er dem Abwärtstrend beim chinesischen Wirtschaftswachstum einen positiven Impuls entgegensetzen könnte.

Denn um sein Versprechen zu erfüllen, das Pro-Kopf-Einkommen der Chinesen von 2010 bis 2020 zu verdoppeln, braucht er nächstes Jahr mindestens sechs Prozent Wachstum. Analysten gehen aber davon aus, dass China dieses Ziel nicht mehr erreicht, sollte der Handelskrieg anhalten.

Tatsächlich aber ist es mit dem Phase-1-Deal wie mit allen Verträgen: Er steht erst, wenn er unterzeichnet ist. Und wie viel er tatsächlich wert ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

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