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09.08.2022

19:36

Kommentar

Nur echter Mehrwert zählt künftig für Vermögensverwalter

Von: Frank Wiebe

Je selbstständiger die Anleger werden, desto schwieriger wird das Geschäft. Und die Jungen werden selbstständiger.

Die Banken müssen sich auf härtere Zeiten einstellen. dpa

Frankfurter Skyline

Die Banken müssen sich auf härtere Zeiten einstellen.

Junge, gut verdienende Anleger mögen es einfach, transparent und kostengünstig. Außerdem wollen sie möglichst selbst entscheiden, was mit ihrem Geld passiert. Das hat eine Studie von BCG bestätigt. Für die Finanzbranche bedeutet das eine erhebliche Herausforderung. Es wird für sie noch schwieriger zu beweisen, dass sie ihren Kunden echten Mehrwert bietet.

Schon lange ist das sogenannte „aktive Management“ entzaubert. Es liefert häufig überhaupt keinen Mehrwert, sondern nur höhere Kosten. Das Stichwort lautet bei jungen Leuten daher noch mehr als in der älteren Generation „ETF“. Mit diesen börsengehandelten Fonds setzen sie recht simpel und kostengünstig auf ganze Indizes.

Für die Finanzbranche ist dieses Geschäft nur lukrativ, wenn es hochtechnisiert und in großem Umfang betrieben werden kann. Und diese Effizienz muss sich auch auf die Information beziehen. Statt persönlicher Beratung reicht heute häufig ein gutes Onlinetool aus, sogar zur Analyse der persönlichen Finanzen, der künftigen Bedarfe und der Risikobereitschaft.

Persönliche Beratung kann nur noch einen Mehrwert bieten, wenn sie hoch‧qualifiziert ist. Und dann fragt sich immer noch, wie sie finanziert werden soll. Unabhängige Honorarberatung wäre der sauberste Weg. Aber sie lohnt nur bei relativ großen Summen. Und die Kosten lassen sich nicht verstecken, sondern werden dem Kunden überdeutlich vor Augen geführt.

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    Natürlich kann es immer noch Beratungsbedarf bei großen Anlagen und komplizierten Fragen bis hin zu Unternehmensbeteiligungen geben. Aber hier stellt sich die Frage: Wie kommt die Bank oder der Vermögensverwalter an die Kunden der Zukunft? Im Vorteil dürften Anbieter sein, die zunächst durch ein perfektes, kostengünstiges digitales Angebot die jungen Leute gewinnen, die später dann vielleicht anspruchsvolle Kunden mit noch größeren Summen werden.

    Es wird also schwierig für die Geldhäuser, und das gilt besonders für Zeiten mit schlecht laufenden Märkten.

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