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12.08.2019

16:40

Kommentar

Osram-Chef Berlien hat sich womöglich verzockt

Von: Axel Höpner

Statt Osrams Herausforderungen anzupacken, setzt Konzernchef Berlien auf den bisherigen Kaufinteressenten. Damit setzt er alles auf eine Karte.

Falls weder AMS noch Bain und Carlyle den Konzern übernehmen, muss Berlien sich auf die strategische Weiterentwicklung von Osram konzentrieren. dpa

Osram

Falls weder AMS noch Bain und Carlyle den Konzern übernehmen, muss Berlien sich auf die strategische Weiterentwicklung von Osram konzentrieren.

Olaf Berlien pokert mit hohem Einsatz. Im Übernahmegefecht hat sich der Osram-Chef klar auf die Seite der Finanzinvestoren Bain und Carlyle gestellt. Nach einer Reihe von Gewinnwarnungen und angesichts der disruptiven Herausforderungen in der Lichtbranche sieht er Chancen in der Übernahme durch die Finanzinvestoren und einem Rückzug von der Börse. Ein wenig wirkte es, als flüchte sich Berlien angesichts der vielen Herausforderungen in die Arme der Kaufinteressenten.

Doch es läuft alles andere als glatt für den Osram-Chef. Erst lehnte Allianz Global Investors die 35-Euro-Offerte von Bain und Carlyle als zu niedrig ab. Dass dies öffentlich erfolgte, darf als Affront gewertet werden. Damit sind die Chancen der US-Investoren ohnehin schon drastisch gesunken, ihre selbstgesetzte Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent zu erreichen.

Und nun kommt – nach einem seltsamen Hin und Her – auch noch die österreichische AMS mit einem höheren Gegenangebot um die Ecke. Berlien gerät damit in die Zwickmühle. Es gibt gute Argumente dafür, das Angebot von AMS erst einmal mit Skepsis zu beäugen.

Die Finanzierung ist zunächst komplett fremdfinanziert. Zudem sind die Österreicher wohl nur an Teilen von Osram interessiert. Doch hat es AMS immerhin geschafft, Finanzpartner zu präsentieren. Und die jüngsten Quartalszahlen der Österreicher verringern die Zweifel an der finanziellen Solidität.

Berlien kann nun nicht mehr einfach auf Bain und Carlyle setzen. Er muss auch die Interessen der Aktionäre berücksichtigen, die einen möglichst hohen Preis herausschlagen wollen.

Der Osram-Chef steckt in einem Dilemma. Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass weder Bain und Carlyle noch AMS die Übernahme gelingt. Dann stünde Berlien mit leeren Händen da. In den Mittelpunkt müsste dann wieder rücken, wie der Lichtkonzern strategisch weiterentwickelt werden soll. Und das ist noch wichtiger als die Frage nach dem Eigentümer.

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