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10.03.2019

16:05

Kommentar

Pharmafirmen sollten die Kosten für die US-Opioid-Epidemie tragen

Von: Katharina Kort

Pharmaunternehmen tragen eine große Verantwortung für die Tausenden Drogentoten in den USA. Sie sollten nicht auch noch am Entzug verdienen.

Der Künstler Domenic Esposito will mit der Skulptur auf die Opioid-Krise in den USA aufmerksam machen. AP

Löffelskulptur

Der Künstler Domenic Esposito will mit der Skulptur auf die Opioid-Krise in den USA aufmerksam machen.

Nicht böse Immigranten, sondern einzelne Pharmafirmen haben den USA das riesige Drogenproblem eingebracht. Sie haben wider besseres Wissen Schmerzmedikamente in den Markt gedrückt, die zur Abhängigkeit führen. Auf sie rollt nun eine Prozesswelle zu.

Das Beispiel von Purdue Pharma zeigt, zu welch menschenverachtendem Verhalten das Unternehmen und deren Besitzerfamilie Sackler fähig sind. Sie waren es, die mit unwissenschaftlichen Studien in den 90er-Jahren die Debatte um den Umgang mit Schmerzen angestoßen haben.

Auf einmal wurde nicht mehr in erster Linie die Krankheit hinter den Schmerzen, sondern der Schmerz selbst behandelt. Und nicht nur der chronische: Auch nach dem Zähneziehen oder anderen kleinen Operationen gab es das süchtig machende Medikament Oxycontin oder ähnliche. Ärzte hielt Purdue an, immer höhere Dosen zu verschreiben.

Das Ergebnis: Millionen Abhängige, die oft von den verschreibungspflichtigen Medikamenten auf das günstigere Opioid Heroin umgestiegen sind. Für die Familien sind das Tragödien. Für die Pharmaindustrie sind die vielen Drogenabhängigen dagegen schon heute ein Riesengeschäft: Medikamente, die Abhängige bei einer Überdosis retten können, verkaufen sich prächtig.

Außerdem wird in Fachkreisen immer mehr für den medizinischen statt des kalten Entzugs geworben, bei dem legale Drogen wie Methadon das Heroin ersetzen.

US-Pharmakonzern: Opioid-Hersteller Purdue bereitet offenbar Insolvenz vor

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Die Pharmafirma gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die Opioid-Epidemie in den USA. Gegen den Konzern laufen mehr als tausend Klagen.

Auch der ehemalige Purdue-Präsident und -Mitbesitzer Richard Sackler hat sich erst vor einigen Monaten ein Patent gesichert, das beim Entzug eingesetzt wird. Interessanterweise tat er das auf seinen Namen. Vielleicht erwog die Familie zu dem Zeitpunkt schon, Purdue in die Insolvenz zu steuern.

Nun liegt die Hoffnung bei den Gerichten, die die Schuldigen zur Verantwortung ziehen müssen. Die Richter sollten die verantwortlichen Unternehmen dazu verurteilen, die Kosten für den Entzug zu bezahlen. Sonst könnte es noch passieren, dass diese sich erneut bereichern.

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