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11.11.2018

15:15

Kommentar

Start-ups und Familienunternehmer, vereint euch!

Von: Johannes Steger

Familienunternehmen und Start-ups brauchen den Austausch dringender denn je. Denn den Mittelstand 4.0 schaffen beide am besten gemeinsam.

Die digitale Umwälzung der Wirtschaft fordert Traditionsunternehmen heraus. Start-ups können da helfen. dpa

Ein Präzisionsmechaniker bei der Arbeit

Die digitale Umwälzung der Wirtschaft fordert Traditionsunternehmen heraus. Start-ups können da helfen.

Eine beliebte Geschichte zur digitalen Revolution lautet: Deutschlands Weltmarktführer laufen Gefahr, dass irgendein Tech-Konzern aus China oder dem Silicon Valley sich in Gigabyte-Geschwindigkeit ihr Geschäftsmodell zu eigen macht.

Bei der Geschichte handelt es sich allerdings um eine Ente: Weder ein Google noch ein Tencent haben Interesse daran, den hochspezialisierten Schraubenhersteller oder Ventilproduzenten aus der deutschen Provinz zu kopieren.

Viel wahrscheinlicher ist indes: Im Zuge der digitalen Umwälzung der Wirtschaft verschwindet die Industrie, für die eben jene Schraube oder das Ventil heute produziert wird.

Um diese Transformation zu bewerkstelligen, braucht es Offenheit und den Willen sich auf schmerzhafte Veränderungen einzulassen. Deutschlands traditionsreiche Weltmarktführer, oft in Familienhand, können da viel von Start-ups lernen. Der Transfer ist keineswegs einseitig: Auch Deutschlands Gründer sollten den Austausch suchen.

Klar ist: Das Rennen um den Endkunden hat Deutschland an die USA und Fernost verloren. Gegen Facebook, Amazon und Co. wird hierzulande keine ernst zu nehmende Konkurrenz mehr erwachsen.

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Erst galt es unter Familienunternehmen nur als schick, in Start-ups zu investieren. Nun brauchen sie das Know-how auch für die eigene Digitalisierung.

Die große Chance des Landes liegt in seinem Erfindergeist – in Forschungszentren, Universitäten und in den Ideen visionärer Köpfe. Bei Technologien wie Robotik oder der vernetzten Fabrik sind die Weichen noch nicht gestellt.

Doch um aus diesen Ideen erfolgreiche Unternehmen zu erschaffen, braucht es nicht nur Kapital, sondern auch Geduld. Wer könnte beides, zusammen mit einem über Generationen gewachsenen, unternehmerischen Verständnis, besser bereitstellen als Deutschlands erfolgreiche Familienunternehmen?

Die können zugleich mit der Hilfe der Innovationskraft von Start-ups ihr eigenes Geschäftsmodell überprüfen, verbessern und gegebenenfalls anpassen. Vielleicht gibt es am Ende gar nicht ein Entweder-oder: Den Mittelstand 4.0 schaffen beide am besten gemeinsam.

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