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13.05.2019

18:58

Kommentar

Statt ferne Ökoziele auszurufen, sollte Daimler jetzt liefern

Von: Franz Hubik

In 20 Jahren ist Mercedes klimaneutral. Das verspricht der künftige Daimler-Chef Ola Källenius. Doch wichtiger als Langfristziele sind kurzfristige Taten.

Der Autobauer sollte nicht ferne Ziele ausrufen, sondern jetzt handeln. dpa

Daimler

Der Autobauer sollte nicht ferne Ziele ausrufen, sondern jetzt handeln.

Mercedes wird grün. In 20 Jahren stößt kein Pkw mit einem Stern auf der Motorhaube mehr klimaschädliches CO2 aus. So will es der designierte Daimler-Chef Ola Källenius. Zehn Jahre früher als es das Pariser Klimaabkommen vorsieht, soll der Stuttgarter Dax-Konzern weitgehend dekarbonisiert sein.

Das ist prinzipiell begrüßenswert. Doch die blumigen Ziele liegen in weiter Ferne, zwischen Ankündigung und Realität klafft derweil noch eine erhebliche Lücke.

Im vergangenen Jahr ist der CO2-Flottenwert von Mercedes nicht etwa gesunken, sondern leicht angestiegen – von 127 auf 134 Gramm pro Kilometer. Källenius verspricht Fortschritt, im Hier und Jetzt fallen die Stuttgarter aber weiter zurück.

Um die EU-Grenzwerthürde bis 2021 von 105 Gramm zu schaffen, muss sich Daimler sputen. Die Elektrooffensive des Konzerns ist schleppend angelaufen. Beim nun mit Verzögerung begonnenen Verkaufsstart des EQC, dem ersten rein elektrischen Mercedes-SUV, sind die Schwaben zum Erfolg verdammt.

Källenius weiß das. Wenn er in der nächsten Woche den Vorstandsvorsitz von Langzeitchef Dieter Zetsche übernimmt, ist er sofort gefordert. Es gilt, das durch den Dieselskandal angekratzte Image von Daimler aufzupolieren. Die Transformation der Autoindustrie, der Antriebswechsel weg von Verbrennern hin zu Batteriekarossen und Wagen mit Brennstoffzelle benötigt zwar zweifelsfrei Zeit. Aber Daimler droht überholt zu werden.

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Andere sind weiter. Nicht nur Tesla, auch schwerfällige Tanker wie Volkswagen. Die Wolfsburger wollen 2026 die letzten Fahrzeuge auf einer Verbrenner-Plattform herstellen. Daimler lässt sich mindestens einen Fahrzeugzyklus länger Zeit. Statt ferne Ökoziele auszurufen, sollte Källenius lieber jetzt tatkräftig ans Werk gehen. 2039 wird der Schwede in Rente sein, heute kann er etwas verändern.

Weniger ankündigen, mehr liefern – das ist es, was Kunden und Politik ebenso wie Mitarbeiter und Investoren von Daimler erwarten. Källenius muss aufpassen. Gerade gegenüber dem Kapitalmarkt haben die Schwaben in den vergangenen Jahren immer wieder versprochen, bald die eigenen Renditeziele zu erreichen. Geliefert hat Daimler aber selten bis nie.

Immer wieder machten dem Konzern leider, leider Einmaleffekte einen Strich durch die Rechnung. Es wäre schade, wenn sich dieses Muster auch auf die Klimaziele des Konzerns ausweiten sollte.

Kommentare (1)

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Herr Andre Peter

13.05.2019, 19:35 Uhr

"Geliefert hat Daimler aber selten bis nie."
Sie stimmen , Herr Hubik, in den Industrie - Bashing Chor der ökototalitären Lifestyle Politiker ein...
Tesla ist hoch bewertet, liefert keine Gewinne und keine Dividende, sichert keine Arbeitsplätze in Deutschland.... e-Autos machen ökologisch keinen Sinn.... all das wissen Sie, doch beschreiben sie irgendeinen Zustand, der so nicht existiert.

Armes Deutschland, Armes Handelsblatt, Dir fehlen die guten Journalisten....

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