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19.12.2018

11:18

Verkehrsschild auf der A59. dpa

Geschwindigkeitsbegrenzung

Verkehrsschild auf der A59.

Kommentar

Tempo 120 auf Autobahnen – find‘ ich gut

Von: Martin Dowideit

Die Forderung nach einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ist zwar alt, sie bleibt trotzdem richtig.

Die Deutsche Umwelthilfe hat in dieser Woche die Forderung nach einem Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen erneuert. Das ist gut und richtig.

Der Absender der Botschaft ist zwar derzeit bei vielen Politikern verschrien – wegen des vehementen Einsatzes für Diesel-Fahrverbote in Innenstädten. Doch das macht die Debatte über eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung nicht falsch.

Die DUH steht auch nicht allein auf weiter Flur: Grüne und Linke, das Umweltbundesamt, der Verkehrsclub Deutschland – sie alle wollen, dass das Tempo mindestens auf 120 beschränkt wird.

Natürlich wird mit der Forderung ein vermeintlich deutsches Kulturgut angegriffen: „Freie Fahrt für freie Bürger“.

Doch um die Emissionen in Deutschland zu begrenzen, sollte dennoch ein maßvolles Tempolimit gesetzt werden. Und das aus mehreren Gründen:

• Auch, wenn es keine über alle Zweifel erhabenen Schätzungen über das Ausmaß gibt: Die Emissionen würden in jedem Falle reduziert, vor allem auch beim klimaschädlichen Kohlendioxid.

• Die Umsetzung ist leicht und schnell möglich. Es müssten nicht einmal Schilder aufgestellt werden – höchstens ein paar Schilder mit 130 km/h-Beschränkung abgebaut.

• Die durchschnittlichen Fahrtzeiten würden sich für die meisten Fahrten nur unwesentlich verändern.

Schadstoffgrenzen

Umwelthilfe: „Wir fordern Tempo 120 auf deutschen Autobahnen“

Schadstoffgrenzen: Umwelthilfe: „Wir fordern Tempo 120 auf deutschen Autobahnen“

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• Die mögliche Sorge der Autoindustrie, dass PS-starke Modelle nicht mehr gefragt sein könnten, ist unbegründet. In den USA, dem Land des Tempo 100, hat ein Neuwagen im Schnitt 230 PS.

• Deutschland wäre vorbereitet auf die Zukunft: Sensoren selbstfahrender Autos haben mit hohen Geschwindigkeitsunterschieden zu kämpfen. Denn die Systeme sind für den Weltmarkt ausgelegt. Und in fast allen Ländern gibt es längst ein Tempolimit.

• Deutschland sendet ein starkes Signal an andere Staaten, dass auch altbewährte Verhaltensweisen im Kampf gegen den Klimawandel nicht heilig sind.

Die Zahl der Deutschen, die das Recht auf grenzenloses Rasen für wichtig halten, nimmt übrigens ab. Deutschland kann seinen Exotenstatus getrost aufgeben.

Die Zeit für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen ist reif.

Kommentare (20)

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Herr Juergen Schmitt

19.12.2018, 11:47 Uhr

Und der tägliche Stuhlgang wird auf bestimmte Zeiten beschränkt, die Urlaubsziele vorgegeben, der Kaloriengehalt des Abendessens überprüft ……. Ihre Kommentare sind bald ein Grund, Ihr Unternehmen nicht noch mit monatlichen Zahlungen zu unterstützen.

Frau Susanne Margit

19.12.2018, 12:12 Uhr

Dann sollte es wenigstens 130 Km/h sein, die normale Richtgeschwindigkeit.

Herr Joachim Lueg-Althoff

19.12.2018, 12:21 Uhr

Die Emissionen würden deutlich reduziert, wenn weniger Autos auf den Staßen und der Verkehrsfluss erheblich staufreier wäre. Ein Tempolimit unter den aktuellen Bedingungen würde nichts bringen. Auf den Autobahnen ist bei der jetzigen Verkehrsdichte ein Fahren über 120 km/h auch ohne Limit kaum noch möglich. Weite Streckenbereiche sind sowieso bereits durch Geschwindigkeitsbeschränkungen eingebremst.
Aber wir hätten natürlich endlich mal wieder etwas zu reglementieren und würden auch noch starke Signale setzen.

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