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24.05.2019

13:15

Kommentar

Traton tut dem deutschen Aktienmarkt gut – wenn andere nachziehen

Von: Robert Landgraf

Volkswagen startet den zweiten Anlauf zum Börsengang der Tochter Traton – in einer eher schwierigen Zeit, denn die Bedingungen könnten besser sein.

Für das Wolfsburger Unternehmen sah es im März noch so aus, als wäre ein Börsengang in diesem Jahr nicht mehr möglich. Reuters

Das Logo von Traton

Für das Wolfsburger Unternehmen sah es im März noch so aus, als wäre ein Börsengang in diesem Jahr nicht mehr möglich.

Unverhofft kommt oft. Noch im März sah es so aus, als ob die Tür für den Börsengang der Lkw-Tochter von Volkswagen für dieses Jahr geschlossen wäre. Die Wolfsburger wollten auf ein besseres Börsenumfeld warten. Damals war in Finanzkreisen zu hören gewesen, dass der Autokonzern mit der zu erzielenden Bewertung der auf den Namen Traton hörenden Tochtergesellschaft nicht zufrieden war. Dieses Argument zählt jetzt offenbar bei dem erneuten Anlauf für den Gang auf das Parkett nicht mehr.

War die Absage des Börsengangs im Frühjahr ein Fehler, so überrascht der jetzt angekündigte Vorstoß. Gewiss haben die Investoren Druck gemacht. Inzwischen sind Monate vergangen, die an der Börse recht gut gelaufen sind. Aber derzeit drängen wieder die Probleme in den Vordergrund: US-Präsident Donald Trump greift im Handelsstreit mit China zu immer härteren Maßnahmen.

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union steuert ungebremst auf eine ungeregelte Trennung zu, die viele Anleger fürchten. Und bei den Europawahlen könnte es zu einem Rechtsruck kommen, den Investoren weltweit sicherlich mit Verkäufen an der Börse abstrafen würden.

Das sind keine guten Bedingungen für einen Börsengang – auch wenn Volkswagen unter anderem damit den Investoren wohl beweisen will, dass es die Botschaft verstanden hat und sich auf das automobile Kerngeschäft konzentrieren möchte. Eine erneute Verschiebung des Börsengangs können sich die Wolfsburger aber nicht noch einmal leisten. Falls nötig, müssen bei der Emission Abstriche bei Preis und Volumen gemacht werden.

Für die anderen Börsenkandidaten kann Traton im Erfolgsfall der Eisbrecher sein, der ihnen den Weg auf das Parkett frei räumt. Und es gibt einige Unternehmen, die gerade für Anleger attraktiv erscheinen. Dazu zählt die Softwarefirma Teamviewer. Mit ihr würde ein Technologiekonzern den Kurszettel verlängern, was dem deutschen Aktienmarkt guttäte.

Mehr: Bislang herrschte eher Flaute bei Aktien-Neuemissionen in Deutschland. Die VW-Tochter Traton soll das ändern.

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