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12.06.2018

14:54 Uhr

USA und Nordkorea: Trump hat mehr zu verlieren als Kim AFP

Kim Jong Un und Donald Trump

Der nordkoreanische Machthaber hat von dem Treffen mehr profitiert als der US-Präsident.

Kommentar

Trump hat mehr zu verlieren als Kim

VonMartin Kölling

Beim historischen Gipfel hat der US-Präsident einen hohen Preis bezahlt, während der nordkoreanische Diktator sein Image kräftig aufpolieren konnte.

US-Präsident Donald Trump hat offenbar einen weiteren „starken Mann“ in die Riege seiner Freunde aufgenommen. Auf dem ersten US-nordkoreanischen Gipfel überhäufte er Kim Jong Un mit Respekt und schönen Worten. Kim zahlte es ihm in gleicher Münze heim. Nach den Gesprächen zeigte Kim ihm sogar das Innere seiner gepanzerten Präsidentenlimousine.

Die gemeinsame Erklärung, die beide unterzeichneten, blieb vage und enttäuschte viele Erwartungen. Kim versicherte zwar, dass er eine komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel anstrebe. Aber Trump erreichte keine konkreten Abrüstungsschritte, Zeitpläne oder überraschenden Zugeständnisse. Nordkorea gab nur das absolute Mindestmaß preis.

Es ist daher einfach, Kim zum Sieger auszurufen. Dennoch wäre es falsch, den Gipfel gänzlich als inhaltsleere Trump-Show abzutun. Es gibt immer noch die Chance, dass das Treffen der erste Schritt auf einem noch langen, schweren und riskanten Weg war.

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Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber sind auf dem Weg nach Hause. Die ersten Reaktionen auf ihre gemeinsame Erklärung sind überwiegend positiv.

Sicher gibt es gute Gründe, Kim nicht zu vertrauen. Genau wie Kim gute Gründe hat, an Trumps Sicherheitsgarantien zu zweifeln. Aber ein Grund für Hoffnung ist die Tatsache, dass im Gegensatz zu vorherigen Abkommen beide Führer sich gegenseitig versicherten, es ernst zu meinen. Gerade in Asien mit seinen hierarchischen Kulturen hat das Gewicht. Außerdem betonte Trump, dass beide Seiten die Verhandlungen in Schwung halten wollen und deutete an, dass die Seiten mehr vereinbart als unterschrieben hätten.

Sein Außenminister Mike Pompeo soll schon bald die Gespräche weiterführen. Auch bei der Sollbruchstelle vorheriger Verhandlungen, der Frage der Verifizierung, gab es laut Trump Fortschritte. So sprach er davon, dass schon bald Kontrolleure der USA und internationaler Organisationen in Nordkorea „herumlaufen sollten“. Das wäre eine wichtige Maßnahme, die schon bald zeigen könnte, ob es Kim es ernst mit seinen Versprechen meint.

Allerdings ist es ein gewagtes Spiel, das Trump eingeht. Er hat mehr zu verlieren als Kim. Scheitert er, könnte das die Beziehungen zu seinen Alliierten schwächen. Außerdem würde es ihm nicht wieder gelingen, genau den gleichen militärischen und wirtschaftlichen Druck aufzubauen. Denn China und Südkorea dürften sich wehren. Gleichzeitig hat er bisher nur Versprechen erhalten, aber an Kim bereits viele Zugeständnisse gemacht – als Zeichen seines guten Willens.

So wird Trump vorerst die Kriegsspiele der USA und Südkoreas einstellen und weitere Sanktionen zurückstellen. Beides verschafft Kim wirtschaftlich Luft, da sich die Lage entspannt. Gleichzeitig hat er den Diktator hoffähig gemacht und daheim wie im Ausland gestärkt.

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Nach der Unterzeichnung verkündet Trump die Ergebnisse der Vereinbarung mit Kim. Zweifel lässt der US-Präsident nicht zu. Er will gefeiert werden.

Daheim kann sich Kim als weltoffener Führer geben, der seinem Land Anerkennung und wirtschaftliche Entwicklung bringt. Singapur sei sein Vorbild, sagte er. Im Ausland hat er durch den Gipfel in Rekordzeit sein Image aufpoliert.

Außerdem hat er Nordkorea von seinem jahrzehntelangen Pariastatus befreit, ohne bisher auch nur eine Atomwaffe abgerüstet zu haben.

Doch die Verhandlungen werden zeigen, ob Nordkorea weiter macht wie bisher oder es einen radikalen Wandel in den Beziehungen gibt, den Trump und Kim versprechen. Weniger Konfrontation, mehr Annäherung – das wäre immer noch ein möglicher Paradigmenwandel. Trump muss nun liefern. Bei allen Zweifeln lohnt es sich daher, Trump und Kim etwas Zeit zu geben.

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

12.06.2018, 16:30 Uhr

Herr Kim wird mitspielen oder er wird entsorgt, entweder die eigenen Leute, die besser leben wollen oder die Chinesen, die den Narren los haben wollen, deshalb die Show. Herrn Trump kann es egal sein ob der kleine Dicke morgen noch da ist, er wird dann mit seinem Nachfolger Geschäfte machen. Die Sache mit Korea ist den Amis und den Chinesen zu teuer geworden, das ist alles sehr einfach.

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