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13.05.2019

19:10

Kommentar

Trump könnte im Persischen Golf „aus Versehen“ einen Krieg provozieren

Von: Mathias Brüggmann

Sanktionen gegen das iranische Regime bringen den US-Präsidenten nicht ans Ziel. Mit seiner neuen Militärstrategie könnte er allerdings einen Krieg auslösen.

Der US-Präsident will das iranische Regime militärisch abschrecken. Reuters

Donald Trump

Der US-Präsident will das iranische Regime militärisch abschrecken.

Die Kriegsgefahr ist so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagen unisono europäische und iranische Experten. Der britische Außenminister Jeremy Hunt sprach am Montag von einem Krieg „aus Versehen“. Mit einer Mischung aus Wirtschaftskrieg und militärischen Drohgebärden versucht Washington, die Führung in Teheran in die Knie zu zwingen.

Donald Trumps „härteste Sanktionen aller Zeiten“ und das Verlegen zweier Flugzeugträger, einer B-52-Bomberstaffel und einer Luftabwehreinheit an den Rand der iranischen Hoheitsgewässer im Persischen Golf sollen Iran abschrecken und zum Einlenken bewegen.

Mit Sanktionen allein haben die USA nicht einmal wirtschaftlich deutlich schwächere Staaten wie Nordkorea, Kuba oder Venezuela niedergerungen. In der Causa Iran kommt nun eine massive militärische Komponente hinzu.
Eigentlich wollte Trump die Auslandsinterventionen beenden. Er will offiziell nur „maximalen Druck“ auf Teheran aufbauen und erhofft sich so eine Implosion des Mullahregimes. Aber die Bevölkerung, die wegen der schlechten Wirtschaftslage immer lauter Kritik an der Führung des Landes geübt hatte, schart sich nun wieder um die Herrscher.

Nur die Hardliner auf beiden Seiten gewinnen: Trumps Sicherheitsberater John Bolton, ein Haupttreiber des Irakkrieges unter Präsident George W. Bush, glaubt weiter an militärische Lösungen. Irans Revolutionsgarden wissen, dass sie die USA und deren Verbündete in der Region überall militärisch unter Druck setzen können.

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Ob sie der zweifelhaften Verlockung widerstehen können, die jetzt in Reichweite ihrer Raketen stationierten amerikanischen B-52 Bomber zu attackieren, ist offen. Noch ist ein wenig Zeit, den Irrsinn zu stoppen. Aber gerade Europas Außenminister sind bis heute nicht mit intensiver Shuttle-Diplomatie nach Teheran, Washington, Riad, Jerusalem, Peking, Moskau und Ankara unterwegs. Trotz aber rettet keinen Frieden.

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