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08.10.2019

17:08

Kommentar

Uniper und Fortum müssen einen echten Neuanfang wagen

Von: Jürgen Flauger

Beim Übernahmekampf um den deutschen Stromproduzenten haben sich beide Seiten verrannt. Fortum und Uniper sollten ihren Streit endlich beilegen.

Fortum stößt noch immer auf gewaltige Vorbehalte bei der Arbeitnehmerseite. Uniper

Uniper-Mitarbeiter

Fortum stößt noch immer auf gewaltige Vorbehalte bei der Arbeitnehmerseite.

Die Integration zweier Unternehmen bei einer Fusion oder einer Übernahme ist nie einfach. Im Fall des deutschen Stromproduzenten Uniper, den der finnische Energiekonzern Fortum nun kauft, wird sie aber zu einem richtigen Kraftakt.

Schließlich wurde im Übernahmekampf schon so viel Vertrauen zerstört, dass es fast nicht mehr wieder aufzubauen ist. Dazu haben beide Seiten beigetragen – und beide müssen jetzt zu einem Neuanfang bereit sein.

Fortum-Chef Pekka Lundmark hat sich nach zwei Jahren jetzt gut 70 Prozent gesichert. Er stößt aber noch immer auf gewaltige Vorbehalte bei der Arbeitnehmerseite. Tatsächlich hat er dazu viel selbst beigetragen.

Lundmark hat bis zuletzt ein Geheimnis aus seinen Plänen gemacht, und tatsächlich können sich die Uniper-Mitarbeiter bestätigt sehen: Während Lundmark anfangs betonte, nur eine Partnerschaft anzustreben und nicht auf eine Mehrheitsbeteiligung aus zu sein, hatten die Mitarbeiter stets mit Letzterer gerechnet, was sich nun als berechtigt herausstellt.

Lundmark wiederum kann argumentieren, dass er letztlich keine andere Wahl hatte. Schließlich hatte ihn das alte Uniper-Management brüsk abblitzen lassen. Es empfing Fortum mit Argwohn, versuchte den Einstieg zu verhindern und arbeitete viel zu zögerlich an der gewünschten Kooperation mit.

Dabei war die Strategie fatal. Es gab zwar die Hoffnung, dass der Einstieg von den Genehmigungsbehörden verhindert werden könnte, aber die war schnell verflogen, als Fortum sich die Hälfte der Aktien sicherte.

Und im Frühjahr trug dann auch noch Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg zur Eskalation bei, als er auf der Hauptversammlung offen und scharf den neuen Großaktionär kritisierte.

Dabei ist schon lange klar: Fortum wird früher oder später bei Uniper das Sagen haben. Andererseits ist Fortum auf die Kooperation von Uniper angewiesen, um den Deal zum Erfolg zu führen. Das sollten beide Seiten jetzt endlich einsehen – und zusammenarbeiten.

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