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25.10.2019

10:05

Kommentar

Van Bylens Rücktritt bei Henkel ist überfällig

Von: Georg Weishaupt

Henkel wird zum Jahreswechsel den Chefposten neu besetzen – dieser Schritt ist sehr sinnvoll. Der Dax-Konzern braucht wieder eine klare Richtung, die Mitarbeiter neue Motivation.

Henkel: Chefwechsel von Van Bylen auf Carsten Knobel ist sinnvoll dpa

Henkel-Chef Van Bylen

Der Chefwechsel bei Henkel-Chef ist sinnvoll.

Der Chefwechsel bei Henkel ist ein Paukenschlag: Hans Van Bylen tritt Ende des Jahres vorzeitig ab, und Finanzvorstand Carsten Knobel übernimmt. Doch der Abgang von Vorstandschef Hans Van Bylen war überfällig. Der Belgier, der im Mai 2016 den Chefposten in Düsseldorf übernahm, stand stets im Schatten seines Vorgängers Kasper Rorsted, der zu Adidas wechselte.

Van Bylen konnte zwar erst Rekordergebnisse liefern. Doch dann verflachte seine Erfolgsstory: Im vergangenen Jahr gab es eine Logistikpanne in Nordamerika, die den Umsatz drückte. Dann schockte Van Bylen Anfang dieses Jahres die Börse damit, dass er seine Rendite-Prognose für dieses Jahr senken musste, und im August dann noch mit einer Gewinnwarnung.

Zudem hat Van Bylen das Problem, dass er den rigiden Sparkurs, mit dem sein Vorgänger Rorsted punktete, nicht übertreffen konnte. Er war eigentlich derjenige, der einen Mittelweg finden musste zwischen dem weiteren Trimmen auf Effizienz und der mutigen Investition in Wachstum.

Das ist ihm auch zum Teil gelungen. Doch die 53.000 Henkel-Mitarbeiter brauchen jemanden, der sie nach den harten Sparjahren wieder motiviert und eine klare Richtung vorgibt. Da vermissten viele bei Van Bylen eine so klare Linie, wie sie Rorsted seinerzeit vorgab.

Außerdem hatte Van Bylen Pech, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten verschlechtert haben. Das trifft ausgerechnet Henkels größte Sparte: Klebstoffe. Die ist zwar weit weg von einer Krise, aber sie schwächelt, weil die Konjunktur in der Auto- und Elektronikindustrie nachlässt.

Zudem gelang es Van Bylen nicht, die Probleme in der Beauty-Sparte zu lösen, dem kleinsten Bereich von Henkel. Da versucht der Konzern seit vielen Jahren darum, das hart umkämpfte Massengeschäft in den Griff zu bekommen. Das wird eine der Herausforderungen sein, die sein Nachfolger Carsten Knobel ab Januar zu meistern hat.

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