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11.10.2022

17:25

Kommentar

Vitescos Erfolg könnte bei Continental weitere Abspaltungsfantasien hervorrufen

Von: Roman Tyborski

Investoren lauern beim Dax-Konzern auf profitable Ausgliederungen – Vitesco und Porsche zeigen, wie es geht. Conti muss nun abwägen, wie es mit investitionsintensiven Sparten weitergeht.

Für Continental ein Zukunftsgeschäft, für viele Investoren eine attraktive Anlagemöglichkeit – wenn der Geschäftsbereich eigenständig wäre. dpa

Automatisiertes Fahren

Für Continental ein Zukunftsgeschäft, für viele Investoren eine attraktive Anlagemöglichkeit – wenn der Geschäftsbereich eigenständig wäre.

Die Kursentwicklung zeigt es eindeutig: Der Antriebsspezialist Vitesco hat sich in der Eigenständigkeit besser entwickelt als der ehemalige Mutterkonzern Continental. Auf Jahressicht steht bei der Vitesco-Aktie ein Plus von fast 20 Prozent, die Conti-Titel liegen mehr als 50 Prozent im Minus.

Mit der starken Aktienentwicklung des Antriebsspezialisten dürften sich Investoren und Aktionäre bestätigt fühlen, die sich weitere Abspaltungen bei Continental erhoffen. Sie gehen davon aus, dass innerhalb des Dax-Konzerns Geschäftsbereiche schlummern, die höhere Werte an der Börse erzielen könnten, wenn sie nicht im Konzernverbund gefangen sind.

Rückenwind bekommen diese Szenarien auch durch den Börsengang der VW-Tochter Porsche. Offensichtlich sind Investoren selbst in konjunkturell unsicheren Zeiten weiterhin bereit, in vielversprechende Werte einzusteigen.

Rund um Conti gibt es regelmäßig Spekulationen über eine mögliche Abspaltung des Geschäftsbereichs für das automatisierte Fahren. Es wurde sogar schon über eine Zerstückelung des Konzerns berichtet, bei dem auch das Reifen- und Industriegeschäft größere Freiheiten bekommen könnten.

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    Conti dementiert derartige Spekulationen. Für das Unternehmen ist vor allem der Bereich des automatisierten Fahrens ein Zukunftsgeschäft, das den Konzern langfristig prägen soll. Allerdings benötigt keine andere Sparte derart hohe Investitionen.

    Diese werden bislang größtenteils von profitablen Geschäftsteilen wie dem Reifenbereich abgezweigt. Ein Zustand, der den Konzernfrieden langfristig gefährden kann. Es heißt, dass der Druck auf Contis Konzernvorstand steigen könnte, sollte das verlustreiche Kerngeschäft nicht bis Ende 2023 Gewinne schreiben.

    Vitescos Erfolg an der Börse könnte die Fantasien nun wieder befeuern, die Finanzmärkte an den Investitionen von Contis Geschäft mit dem automatisierten Fahren zu beteiligen.

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